Donnerstag, 3. Mai 2007

BA-CA-Hauptversammlung zu Abfindung:
Mühsames Einchecken und Preis kritisiert

  • Privater Aktionär: "Der Preis ist eine Katastrophe"
  • "Große Schwierigkeiten", das Offert zu akzeptieren

Die Hauptversammlung der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) zur Zwangsabfindung der Streubesitz-Aktionäre wird lange dauern. Sie beginnt schon mit deutlicher Verspätung. Um 09.30 Uhr, als die HV beginnen sollte, standen die Anleger am Eingang zur Wiener Stadthalle noch immer in Schlangen bis auf den Vogelweidplatz. Kurz nach 10:15 Uhr war noch immer kein Sitzungsbeginn in Sicht.

Aktionäre kritisierten bereits das mühsame Einchecken zur HV und etliche machten schon im Vorfeld ihrem Unmut über den als zu niedrig erachteten Barabfindungspreis von 129,40 Euro Luft.

"Der Preis ist eine Katastrophe", schimpfte ein privater Aktionär. "Unter jeder Kritik", bewertet das Angebot ein Manager des Bankhauses Krentschker, der auch Aktionäre vertritt. Von "Gefälligkeitsgutachten" zur Preisfindung war die Rede.

Während einige Kleinaktionäre "zumindest den Börsenkurs" (142 Euro, Schlusskurs von gestern) als fair empfänden, besser aber eine Zusatzprämie sähen, sprechen andere in konkreten Zahlen. 170 Euro je Aktie und mehr schweben da vor. Sollte die BA-CA-Mutter UniCredit beim alten Angebot bleiben, wird zumindest ein "Überprüfungsverfahren" im Raum stehen, wurde vor HV-Beginn angekündigt.

Auch Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger (IVA) hat "große Schwierigkeiten", das UniCredit-Offert zu akzeptieren. Der Preis sei unfair, er kritisierte heute eine "Machtdemonstration eines ausländischen Großaktionärs". Anfechtungsklagen will er nicht, wie er im Vorfeld erklärte, das wäre zu teuer und zu riskant. Er appellierte an die wirtschaftliche Vernunft. "Nervösen" Aktionären empfiehlt er, jetzt über die Börse zu verkaufen. Wer einen langen Atem habe, könne auf weitere Kursanstiege spekulieren. Preisbandbreiten zwischen 160 und 180 Euro scheinen Aktionärsvertretern nicht unrealistisch.

Unter kritischen Aktionären wird gemutmaßt, dass UniCredit auf Zeit spielen wird. Auch Rasinger befürchtet, dass eine Zermürbungstaktik im Spiel sein könnte. In Deutschland hätten ähnliche Streitigkeiten um Abfindungen durchaus schon zehn Jahre gedauert.

Angemeldet für die Abschieds-Hauptversammlung der BA-CA als börsenotierter Konzern haben sich 380 Anteilseigner und Aktionärsvertreter. Etliche internationale Aktionärsvertreter - von UniCredit sowie von Dritten - haben Handgepäck dabei.

(apa/red)

3.5.2007 10:37