Alle Schulden bereits getilgt: Venezuela
kehrt Weltbank und dem IWF den Rücken!
- Chavez: "Müssen nicht mehr nach Washington gehen"
- Institutionen dienen zur "Ausbeutung kleiner Staaten"
Der venezolanische Präsident Chavez hat den Rückzug seines Landes aus Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) angekündigt. Der Schritt ist allerdings weitgehend symbolisch, da Venezuela seine Schulden bei beiden Institutionen bereits getilgt hat. Sein Land müsse nicht länger nach Washington gehen, "weder zum IWF noch zur Weltbank, zu niemandem", sagte Chavez.
Er wolle die beiden Institutionen auffordern, "uns zurückzugeben, was sie uns schulden". Sie seien "Mechanismen des Imperialismus". IWF und Weltbank dienten zur Ausbeutung kleiner Staaten, fügte Chavez hinzu: "Es ist besser, wenn wir austreten, bevor sie uns ausrauben." Der venezolanische Präsident beauftragte Finanzminister Cabezas, dem IWF und der Weltbank offiziell den Austritt Venezuelas mitzuteilen.
Chavez wirft den in Washington ansässigen internationalen Organisationen vor, an der anhaltenden Armut in Lateinamerika Schuld zu sein. Ihm schwebt stattdessen die Gründung einer neuen Kreditbank vor, die von Nationen in der Region geleitet wird.
Der venezolanische Präsident verkündete zugleich anlässlich des 1. Mais eine Anhebung des Mindestlohns um 20 Prozent. Außerdem strebe er bis 2010 eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von aktuell acht Stunden auf sechs Stunden an, sagte Chavez vor jubelnden Anhängern. (apa)
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