Friedliche EURO 2008 hat Priorität: Platter
will eine Meldepflicht für gewalttätige Fans
- Hooligans sollen im Heimatland abgefangen werden
- Zwei Millionen Besucher auf den Fan-Meilen erwartet

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Rund 400 Tage vor der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz präzisierte Innenminister Günther Platter seine Pläne, wie während des Events gewaltbereite Fans von den Stadien fern gehalten werden sollen. Der Ressortchef der Bundesregierung will eine "Meldepflicht" für einschlägig straffällig gewordene Personen vorschlagen, Hooligans aus dem Ausland sollen bereits in ihren Heimatländern abgefangen werden.
Das Ausmaß der EURO in Österreich dürfte noch größer werden als ursprünglich angenommen: Insgesamt erwartet Platter rund zwei Millionen Besucher auf den Fanmeilen und 500.000 Gäste in den Stadions. Beim Sicherheitskonzept orientieren sich die Schweizer und österreichischen Behörden stark an den Erfahrungen während der WM 2006 in Deutschland und der EURO 2004 in Portugal. So wird bereits im Vorfeld größtes Augenmerk darauf gelegt, dass gewalttätige Fans erst gar nicht ins Stadion gelangen.
Platter will der Bundesregierung vorschlagen, dass sich Hooligans, die bereits einschlägig vorbestraft sind, während der Spiele bei der Polizei melden müssen, um sicherzustellen, dass sie nicht in der Arena sind. Kommt der Betroffene seiner Meldepflicht nicht nach, können auch Freiheitsentziehende Maßnahmen gesetzt werden. Wie viele Personen das treffen wird, konnte Platter noch nicht sagen.
Weiters setzen die Verantwortlichen auf internationale Vernetzung: Neben Datenaustausch sollen - wie bei der WM in Deutschland - vor allem problematisch Fans bereits in ihren Heimatstaaten abgefangen werden. In Deutschland wird etwa während der Europameisterschaft gegen diese Personen ein Ausreiseverbot verhängt. "Ihre Reisepässe werden eingezogen", sagte Jürgen Mathies, der an der Entstehung des Sicherheitskonzeptes der WM 2006 maßgeblich beteiligt war. Auch die anderen "Big Player" setzen ähnliche Maßnahmen.
Die österreichische Exekutive wird von Partnerländern auch mit Personal unterstützt. An Bahnhöfen und in Public-Viewing-Bereichen werden sowohl uniformierte als auch Beamte in zivil zum Einsatz kommen. Aus Deutschland werden gleich "mehrere Hundertschaften" angefordert werden, die auch über Hoheitsrecht verfügen werden. Aber auch die heimische Exekutive wird aufgestockt: Die Zahl von szenekundigen Beamten wurde von 120 auf 150 erweitert.
(apa/red)










