"Es war wieder sehr knapp": Vaneks Sabres triumphierten in dramatischer Serie über NY
- Buffalo nach 5:4 über Rangers im Conference-Finale
- Vanek und Co. gegen Ottawa um Stanley-Cup-Finale

·NHL: Ottawa Senators im Conference-Finale
Detroit stellt gegen die San Jose Sharks auf 3:2
Die Schlacht ist geschlagen und die Buffalo Sabres haben in sechs hochdramatischen Eishockey-Partien über die New York Rangers triumphiert. Mit einem 5:4 in New York, dem ersten und einzigen Auswärtssieg des über weite Strecken völlig ausgeglichenen Duells, stellten die Sabres und ihr österreichischer Stürmer Thomas Vanek in der "best of seven"-Serie auf 4:2 und zogen damit ins Finale der Eastern Conference ein. Dort treffen sie im Kampf um das Stanley-Cup-Finale auf die Ottawa Senators, die ihrerseits die New Jersey Devils bereits am Samstag niedergerungen hatten.
Vanek, der in Spiel sechs zwar erneut ohne Torerfolg blieb, mit seinen Sturmpartnern Derek Roy und Maxim Afinogenow aber wieder für viel Betrieb vor dem Rangers-Tor sorgte, steht mit den Sabres zum zweiten Mal in Folge im Conference-Finale. Im Vorjahr, als der 23-jährige Steirer allerdings viel Playoff-Zeit auf der Tribüne verbrachte, unterlag Buffalo dem späteren Stanley-Cup-Champion Carolina Hurricanes in einer denkbar knappen Serie mit 3:4. Das soll heuer anders werden. Ganz Buffalo und Umgebung lechzt nach der begehrtesten Trophäe im Eishockey.
Lindy Ruff hielt sich daher nach dem spannenden Finish gegen die Rangers nicht lange mit Analysen der eben zu Ende gegangenen Serie auf. Der Headcoach der Sabres war mit seinen Gedanken vielmehr schon beim anstehenden Duell mit den Senators. "Ich habe alle ihre Partien gesehen. Sie haben im Osten in den Playoffs am besten von allen Teams gespielt. Es wird eine unglaublich schwere Serie", meinte Ruff und ergänzte: "Ottawa hat mit Heatley, Alfredsson und Spezza herausragende Spieler."
Auf die Frage, ob er seine Mannschaft, immerhin das beste Team des NHL-Grunddurchgangs, in der Außenseiterrolle sehe, antwortete Ruff: "Ich erkläre niemanden zum Underdog und niemanden zum Favoriten. Aber wir müssen definitiv unser bestes Hockey spielen. Wir müssen spielen wie in den Spielen fünf und sechs gegen die Rangers." Mit der Leistung von Vanek, der in den ersten beiden Heimspielen gegen die Rangers gleich dreimal, dann allerdings nicht mehr getroffen hatte, war Ruff sehr zufrieden: "Er hat hart gearbeitet und auch die schmutzigen Aufgaben erledigt."
In die Rolle des Torjägers ist im letzten Spiel der Serie der deutsche Buffalo-Stürmer Jochen Hecht geschlüpft. Mit zwei Toren zum 3:2 und 5:3, seinen ersten Treffern im laufenden Playoff, war Hecht einer der Matchwinner für die Sabres. "Wir haben nach den zwei Niederlagen in New York einige Sachen im Angriff verändert und das hat sich ausgezahlt", erklärte der Deutsche. Und Chris Drury, der das 4:2 erzielte, lobte sein Team in höchsten Tönen: "Wir sind eine unglaubliche Truppe. Viele Leute in Buffalo waren schon frustriert, aber wir haben durchgehalten und immer weiter gekämpft."
Rangers-Cheftrainer Tom Renney war nach Spielende sichtlich schwer enttäuscht: "Man realisiert nicht, wie nahe man dran ist, bis man es auf einmal nicht mehr ist. Wir haben es ihnen viel schwerer gemacht, als es uns viele Leute zugetraut haben." Ruff habe ihm nach der Partie mit den Worten gratuliert: "Ihr habt uns höllisch Angst gemacht." Dem siegreichen Gegner zollte Renney, wie unter nordamerikanischen Trainern allgemein üblich, größten Respekt: "Wir haben ein Sabres-Team gesehen, das mit einem Gegner konfrontiert war, der es vielleicht mehr als erwartet gefordert hat. Und dieses Team hat sich trotzdem durchgesetzt."
Sein Kapitän Jaromir Jagr, der in allen drei Rangers-Heimspielen jeweils einmal, aber in keiner Auswärtspartie der Serie getroffen hatte, sah die ganze Sache schon ein wenig anders: "Wir haben nicht verloren, wir haben ihnen den Sieg geschenkt. Die Sabres sind ein sehr gutes Team, aber um nichts besser als wir. Wir hatten unsere Chancen, haben sie heute im ersten Drittel schon in der Ecke gehabt, und sie dann wieder entkommen lassen." Spiel-Sechs-Doppeltorschütze Michael Nylander pflichtete Jagr bei: "Es tut verdammt weh, so zu verlieren. Das hinterlässt einen bitteren Geschmack in unserem Mund."
Rangers-Ersatzmann Thomas Pöck, der Vanek gleich nach dem Spiel gratulierte, traf den Nagel auf den Kopf: "Es war eine total offene Serie. Es ist so, hätte aber auch ganz anders kommen können. Am Ende des Tages haben sie es sich aber verdient." Für den Kärntner ist die Saison damit ebenso beendet wie für das gesamte Rangers-Team. Ein paar Wochen seines Urlaubs wird Pöck wieder in der Heimat verbringen.
Das erste rot-weiß-rote Duell im NHL-Playoff blieb den österreichischen Eishockey-Fans diesmal noch verwehrt, da Renney, im Gegensatz zur ersten Playoff-Runde gegen Atlanta und der Schlussphase der regulären Saison, gegen die Sabres nicht mehr auf Pöck gesetzt hatte. Der tschechische Verteidiger Karel Rachunek war rechtzeitig zur Serie fit geworden und hatte den 25-Jährigen aus dem Rangers-"Lineup" gedrängt.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
