Nächste Niederlage für Österreich bei WM:
Nach 2:5 vs. Weißrussen droht nun Abstieg!
- Zu viele Strafen im 2. Drittel verhinderten Erfolg
- Klassenerhalt verpasst: Jetzt wartet die Relegation
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Auf welche Cracks Coach
Jim Boni vertrauen wird
Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft hat die erste Chance auf den Klassenerhalt bei der Weltmeisterschaft in Russland verspielt. Die ÖEHV-Auswahl unterlag in ihrem letzten Spiel der Vorrunden-Gruppe B Weißrussland mit 2:5 (1:2,1:2,0:1) und muss damit als Gruppen-Letzter in die Relegation. Dort hat die Mannschaft die zweite Chance, sich ein Ticket für die A-WM 2008 in Kanada zu holen. In einer Runde der vier Gruppen-Letzten schaffen zwei den Verbleib in der Elite. Erster Gegner am Freitag (14:15) ist der Verlierer der Partie Deutschland - Norwegen.
Im Unterschied zum Abstiegsjahr 2005, als die Weißrussen in Wien souverän mit 5:0 gewannen, waren die Österreicher diesmal zunächst keineswegs die schlechtere Mannschaft. Doch mit zu vielen Strafen machten sie den Gegner stark, nicht zuletzt drei Powerplay-Treffer sicherten dem WM-Sechsten des Vorjahres den Platz unter den besten zwölf Teams.
Vor allem zu viele Strafen im Mitteldrittel (zehn Minuten Unterzahl) brachten die Boni-Schützlinge auf die Verliererstraße. Nachdem Verteidiger Andre Lakos mit zwei Powerplay-Treffern (19., 25.) nach 0:2-Rückstand der Gleichstand gelungen war, sorgten Ugarow (28.) und Antonenko mit seinem vierten WM-Treffer (34.) jeweils in Überzahl für die Vorentscheidung.
Auch der Start missglückte einmal mehr. "Wir wollen endlich einmal in Führung gehen", hatte Teamchef Jim Boni gehofft. Doch sein Wunsch wurde nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil. Österreich geriet wieder früh in Rückstand. Als Dieter Kalt auf der Strafbank saß, verwertete Glebow nach 3:06 Minuten die erste Powerplay-Chance zum 1:0.
Die Österreicher machten aber Druck und nahmen Andrej Mezin unter Beschuss. Doch der beste Torhüter der Vorjahres-WM stand seinen Mann. Die Weißrussen dagegen nützten ihre Chance. Nach einem Wechselfehler, als im Spiel 4-gegen-4 plötzlich nur noch zwei Österreicher auf dem Eis standen (Kalt und Ph. Lukas fuhren raus), bezwang Dudik im zweiten Versuch Torhüter Reinhard Divis zur 2:0-Führung (18.).
52 Sekunden später durfte aber endlich auch die Boni-Mannschaft jubeln. Andre Lakos traf noch vor der ersten Pause im Powerplay ins kurze Kreuzeck zum 1:2 (19.). Und als der 2,02 m-Hüne in der 25. Minute das nächste Powerplay nützte, schienen die Österreicher die Oberhand zu gewinnen. Zumal auch Reinhard Divis, der gegenüber Bernd Brückler den Vorzug erhalten hatte, seine Aufstellung rechtfertigte und einige Fehler seiner Vorderleute stark ausbügelte.
Doch als nach 27:10 Minuten sechs Österreicher auf dem Eis standen und so dem Gegner eine numerische Überlegenheit bescherten, setzten sich die Weißrussen entscheidend ab. Im Schlussdrittel konnten Kalt und Co. nicht mehr zusetzen, die Mannschaft von Curt Fraser spielte den Erfolg letztlich sicher nach Hause. Kulakow fixierte in der 55. Minute den Endstand.
Boni: "Strafen waren entscheidend"
Jim Boni (Teamchef Österreich): "Weißrussland war heute besser. Heute war die große Chance zu überraschen, aber dann sind die Strafen gekommen. Die Strafen im Mitteldrittel waren entscheidend. Wir sind enttäuscht, keiner will in die Relegation, aber wir kämpfen, dass wir in Kanada dabei sind. Die Mannschaft muss jetzt Eier zeigen, jetzt wird es wirklich hart. Jetzt wird neu gemischt, wir müssen wirklich starke Nerven zeigen."
Fraser: "Ein schweres Spiel"
Curt Fraser (Teamchef Weißrussland): "Wir haben gewusst, es wird ein harter Kampf, beide wollten oben bleiben. Es war ein schweres Spiel, glücklicherweise haben wir einige Tore gemacht und (Torhüter Andrej) Mezin hat in den richtigen Momenten einige großartige Paraden gezeigt. Nach dem 2:2 haben wir nichts geändert. Glücklicherweise hatten wir einige Powerplay-Möglichkeiten, wo wir Tore gemacht haben. Das hat den Unterschied ausgemacht."
Kalt: "Wir waren nicht gut genug"
Dieter Kalt jun. (Kapitän Österreich): "Wir waren einfach nicht gut genug. Weißrussland war um einen Tick besser und hat in den richtigen Momenten die Tore geschossen. Wir haben gekämpft und alles versucht, aber wir haben wieder Fehler gemacht, die wir schon in den ersten zwei Spielen gemacht haben. Die sind geblieben und Kleinigkeiten entscheiden solche Spiele. Die Partie war lange offen, das 2:3 und 2:4 ist zum ungünstigsten Augenblick gefallen, in unsere Druckphase. Das zweite Drittel hat uns viel Kraft gekostet. Wir können jetzt nicht aufhören, unsere Sachen packen und beleidigt sein, weil wir verloren haben. Die WM ist kein Wunschkonzert, wir haben noch drei Spiele."
Lakos: "Strafen haben uns gekillt"
Andre Lakos (zweifacher Torschütze Österreich): "Es war ein ähnliches Spiel wie in den ersten beiden Spielen. Es waren viele Sachen, die nicht funktioniert haben, zu wenige Schüsse, Undiszipliniertheiten. Die Strafen haben uns gekillt. Wenn wir so spielen, können wir nicht gewinnen. Ich hatte das Gefühl, dass der Wille gefehlt hat, das Spiel unbedingt zu gewinnen. Wir haben noch drei Partien, jetzt muss jeder Vollgas geben."
(apa/red)
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