Am Tag der Arbeit wartet Schwerarbeit: Österreich vs. Weißrussen um Klassenerhalt
- Mit Sieg in die WM-Zwischenrunde - Divis im Tor
- PLUS: Weißrussland verspricht Spiel "wie ein Krieg"
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Am heutigen "Tag der Arbeit" wartet auf die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft Schwerarbeit. Die ÖEHV-Auswahl trifft bei der WM in Moskau im letzten Vorrunden-Spiel der Gruppe B (14:15 Uhr LIVE im networld-Ticker) auf Weißrussland und hat mit einem Sieg die Chance, den Einzug in die Zwischenrunde und damit den vorzeitigen Klassenerhalt zu schaffen. Bei einer Niederlage würde es in die Relegation der vier Gruppen-Vierten gehen.
"Unsere Chancen stehen gut", gibt sich Teamchef Jim Boni zuversichtlich. Zwar haben seine Schützlinge erst zwei gute Drittel bei dieser WM absolviert, auch die Torhüter Reinhard Divis und Bernd Brückler haben noch nicht überzeugt. Doch Boni ist von einer Steigerung überzeugt und setzt im Tor auf Divis, der das Duell gegen den weißrussischen Schlussmann Andrej Mezin gewinnen soll. "Entscheidend wird die Tagesform und die Torhüter-Leistung sein. Wir brauchen eine bessere Torhüter-Leistung als Mezin. Mezin hat gegen die USA richtig gut gespielt", so Boni.
Er entschied sich für Divis, weil der "mehr Erfahrung hat und schon öfter in so einer Situation war". Zudem ist er nach Video-Analysen überzeugt, dass der NHL-erfahrene Torhüter der Red Bulls Salzburg das "ein bisschen bessere Spiel" bei dieser WM hatte als Brückler.
Bilanz spricht gegen Österreich
Boni bekommt es erstmals mit Weißrussland zu tun, die Erfahrungen seiner Spieler sind nicht gut. Zwei Siege aus elf Partien weist die Bilanz auf, das bisher letzte Aufeinandertreffen bei der Heim-WM in Wien 2005 endete mit einer 0:5-Schlappe. Als Boni 2005 nach dem damaligen Abstieg Teamchef wurde, erhielt er als erste Video-Kassette die Aufzeichnung vom 0:5-Spiel. "Wir hatten null Chance", weiß er.
Allerdings fehlten damals Leute wie Thomas Koch, Philipp Lukas oder Reinhard Divis. "Ich glaube nicht, dass es so sein wird wie vor zwei Jahren. Ich glaube, es wird ein offenes Spiel", meinte Boni. "Das ist eine große Chance für uns, den WM-Sechsten in die Relegation zu schicken. Sie sind läuferisch gut, können aber auch undiszipliniert sein. Der Wunsch wäre, in Führung zu gehen."
Der Coach ist überzeugt, dass die Österreicher in der Entscheidungspartie ihre beste Leistung abrufen können und dass endlich auch die beiden Top-Linien (Setzinger-Koch-Welser sowie Kalt-Lukas-Trattnig) die Erwartungen erfüllen. "Unsere besten zwei Linien werden ein gutes Spiel machen, sie werden 150 Prozent geben. Hoffentlich schaffen wir gleich die Qualifikation, das ist unsere erste Chance. Wir wollen die Relegation vermeiden. Wenn nicht, sind wir bereit, in die Relegation zu gehen", so Boni.
Spiel "wie ein Krieg"
Die Weißrussen versprechen dem österreichischen Team einen Kampf auf Biegen und Brechen, um die WM doch noch zu retten. Denn nach der bisher besten WM-Platzierung ihrer Geschichte (Platz 6 in Riga) und einer Testspiel-Serie mit sechs Siegen in Folge waren sie mit großen Erwartungen ins Turnier igegangen. Aber statt mit den Top-Teams mitspielen zu können, gab es gegen Tschechien (2:8) und die USA (1:5) klare Abfuhren.
"Das waren gute Lehrstunden. Aber wir haben uns gegenüber dem ersten Spiel gesteigert und wird werden uns im nächsten noch mehr steigern", erklärte Teamchef Curt Fraser. Der US-Amerikaner, der von seinem Freund und Washington-Capitals-Cheftrainer Glen Hanlon den Teamchef-Posten in Minsk "geerbt" hatte, stellte sein Team auf ein Spiel ein, "das eher wie ein Krieg wird. Wer den meisten Willen zeigt, wird gewinnen. Beide Mannschaften müssen einen Weg finden, besser zu spielen als in den ersten zwei Spielen", erklärte er im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Fraser ist überzeugt, dass er in Andrej Mezin den besseren Torhüter hat. In Oleg Antonenko hat er zudem einen Torjäger, den Österreich nicht hat. Der Stürmer von Dinamo Minsk ist auf dem besten Weg, weißrussischer Rekord-Torschütze zu werden, in Moskau hat er alle drei Treffer seines Teams erzielt. "Aber wir müssen einen Weg finden, dass auch andere Spieler zu Toren kommen", so Fraser, einst der erste Cheftrainer der Atlanta Thrashers bei deren Einstieg in die NHL.
So wie Boni auf Top-Spieler wie Vanek, Pöck, Brandner und Kaspitz verzichten muss, hat auch Fraser nicht das beste Team zur Verfügung. Verteidiger Ruslan Salei, der mehr al 700 NHL-Spiele für Anaheim Ducks und Florida Panthers absolviert hat, hat abgesagt, weil seine Frau schwanger ist.
(apa/red)
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