Sarkozy gewinnt in Umfragen deutlich: Präsidentschaftskandidat bei über 50 Prozent
- Ergebnisse vor großem Fernsehduell sehr deutlich
- Werben um Bayrou-Wähler nützt und schadet Royal
·Royal aggressiv, Sarkozy zurückhaltend
Lebhaftes TV-Duell vor Stichwahl in Frankreich
·Frankreich: Stichwahl
um Präsidentenamt
MITVOTEN: Sarkozy oder
Royal - Wer wird siegen?
Im französischen Präsidentschaftsrennen liegt der Konservative Nicolas Sarkozy kurz vor dem Fernsehduell mit der Sozialistin Ségolène Royal weiter klar vorn. Nach neuen Erhebungen der Institute BVA und Ipsos/Dell würden die Franzosen Sarkozy entweder mit 52 oder mit 53,5 Prozent zum neuen Staatsoberhaupt wählen.
Royal käme auf 48 oder 46,5 Prozent der Stimmen. Die Entwicklung im Vergleich zu vorangegangenen Erhebungen war in beiden Umfragen gegenläufig: Während Sarkozy in der BVA-Befragung einen Punkt verlor, legte er bei Ipsos/Dell einen halben Prozentpunkt zu. Royal gewann dagegen bei BVA einen Zähler und verlor einen halben bei Ipsos/Dell.
In der Frage, wer sich die größten Hoffnungen auf Unterstützung durch Wähler des ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten François Bayrou machen kann, sieht BVA klar Royal im Vorteil. 49 Prozent seiner 6,8 Millionen Wähler aus der ersten Runde wollen demnach im Stechen für die Sozialistin stimmen.
Damit legte Royal seit der letzten Erhebung vor dem TV-Gespräch Royals mit Bayrou um neun Prozentpunkt zu, ergab die Umfrage. Sarkozy kann dagegen nur 35 Prozent der Bayrou-Anhänger für sich begeistern. Der Rest will nicht zur Wahl gehen oder ungültige Zettel in die Urnen werfen.
Royals erfolgreiches Werben um die Anhänger des Liberalen habe "allerdings einen Preis", erklärte Jérôme Sainte-Marie, Leiter von BVA Opinion. Es gebe "eine gewisse Loslösung der Sympathisanten der extremen Linken". Gleichzeitig habe Sarkozy seine Stellung bei den Wählern des Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen festigen können. Dort stieg die Zahl der erklärten Sarkozy-Wähler um elf Punkte auf 60 Prozent. Allerdings ist in der Umfrage Le Pens Aufruf zum Wahlboykott vom Dienstag noch nicht berücksichtigt.
Ipsos zeigte wiederum ein ganz anderes Bild bei den Bayrou-Wählern: Demnach wollten zuletzt nur noch 36 Prozent für Royal stimmen. Das wären fünf Prozentpunkte weniger als in der letzten Erhebung des Instituts. Bei Sarkozy steigt die Zahl dagegen um fünf Punkte auf 37 Prozent. Enthaltungen gibt es demnach unverändert 27 Prozent.
Für die BVA-Erhebung wurden 805 repräsentativ ausgewählte Erwachsene befragt, die nach einem Quotensystem ausgewählt wurden. Bei Ipsos waren es in einem ähnlichen Verfahren 808 Teilnehmer. Laut Ipsos/Dell liegt die Fehlerquote bei plus/minus drei Prozent.
(apa/red)
