Dienstag, 1. Mai 2007

Le Pen ruft Anhänger zu Wahlboykott auf: Weder Stimmen für Sarkozy noch für Royal

  • Rechtsextremer zog 3000 Sympathisanten in Paris an
  • Hatte in erster Runde eine Million Wähler weniger

In Frankreich hat der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen seine Anhänger zum Boykott der Stichwahl um die Präsidentschaft aufgerufen. Seine Unterstützer sollten weder für den konservativen UMP-Chef Nicolas Sarkozy noch für die Sozialistin Segolene Royal stimmen, sondern sich "massiv enthalten", sagte der Chef der fremdenfeindlichen Partei Front National (FN) bei einer Kundgebung zum 1. Mai in Paris.

Sarkozy habe mit seiner "Illusionsnummer" viele Bürger getäuscht, sagte Le Pen. Die beiden "Kandidaten des Systems" hätten mit "ihrer gewaltigen Medienmacht erneut die Wähler in die Irre geführt". Seine Wähler sollten bei der Parlamentswahl im Juni "Revanche zu nehmen".

Le Pen hatte in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl 3,8 Millionen Stimmen bekommen (10,44 Prozent). Dies waren eine Million Wähler weniger als 2002, als er überraschend in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jacques Chirac eingezogen war.

Laut jüngsten Umfragen wollen rund 60 Prozent der Le-Pen-Anhänger für Sarkozy stimmen, der diese schon vor der ersten Wahlrunde stark umworben hatte. Rund 20 Prozent gaben an, sie wollten sich enthalten, wogegen weitere 20 Prozent Royal ihre Stimme geben wollten.

Vor seiner Rede zog der 78-Jährige Le Pen mit rund 3.000 Anhängern von der Statue der französischen Nationalheiligen Johanna von Orleans auf dem Platz Saint-Augustin zum Opern-Platz. Dabei kamen aus dem Zug immer wieder Rufe "Le Pen, Präsident". (apa/red)

1.5.2007 13:13