"Müssenmit gutem Beispiel vorangehen": Prodi kürzt eigenes Gehalt um 30 Prozent
- Politiker nirgends besser bezahlt als in Italien
Das politische System in Italien ist zu teuer. Deshalb will Regierungschef Prodi den Rotstift ansetzen. Der Premier kündigte ein Dekret an, mit dem bei den Kosten der Politik gespart werden soll. Die Finanzierung für Auslandsmissionen von Parlamentariern sowie Gelder für Wahlkampagnen und Berater sollen drastisch gekürzt werden. "Ich selber habe mir mein Gehalt um 30 Prozent reduziert", so Prodi.
Auch die hohen Pensionen der Parlamentarier sollten gekürzt werden. Die Zahl der Parlamentarier, die mehrere Pensionen einstreichen, ist hoch. In einer Phase tief greifender Ausgabenkürzungen, in der alle Bürger zur Kasse gebeten werden, geraten die Privilegien der Politiker immer mehr unter Beschuss.
"In Italien ist die Politik insgesamt teurer als in anderen Ländern. Wir müssen die Ausgaben senken, wollen wir das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen. Wenn wir von den Italienern Opfer verlangen, müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen", betonte der frühere EU- Kommissionspräsident.
In Italien kassieren die Parlamentarier monatlich 13.679 Euro netto. Das liegt weit über dem EU-Durchschnitt. Das Gehalt eines österreichischen Nationalratsabgeordneten beträgt derzeit monatlich 7.905 Euro. In Großbritannien verdienen Parlamentarier 9.977 Euro monatlich netto, in Deutschland 7.000 Euro und in Frankreich 6.892. In Spanien müssen sich die Parlamentarier mit 4.731 Euro "begnügen". (APA)
