Sonntag, 6. Mai 2007

Neun Tote durch Wirbelsturm: Tornado machte US-Kleinstadt dem Erdboden gleich

  • Kansas: 90 % der Gebäude in Greensburg zerstört
  • Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 300 km/h

Ein Tornado hat im US-Bundesstaat Kansas eine Kleinstadt nahezu völlig zerstört. Neun Menschen starben und mindestens 63 wurden den Rettungskräften zufolge verletzt, als der Tornado in Greensburg am Freitagabend Gebäude zum Einsturz und Autos zum Überschlagen brachte sowie Telefon- und Sendemasten umknickte. Schulen und das Krankenhaus in dem etwa 1.800 Einwohner zählenden Ort wurden dem Erdbeben gleich gemacht. Der Tornado war nach Angaben der örtlichen Wetterbehörden bis zu 1,6 Kilometer breit mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 266 Kilometern pro Stunde.

Bewohner von Greensburg erzählten, sie hätten nach dem Ertönen der Warnsirenen noch etwa 20 Minuten Zeit gehabt, bis die Windhose den Ort traf. "Viele Menschen stehen unter Schock und sorgen sich sehr um Familienmitglieder, zu denen sie im Moment keinen Kontakt aufnehmen können", sagte ein Helfer des amerikanischen Roten Kreuzes. Die Organisation baute in den umliegenden Ortschaften notdürftige Zelte auf und versorgte sie mit Essen und Medikamenten.

30 Menschen wurden nach dem Sturm aus den Trümmern einer teilweise eingestürzten Klinik geborgen, sie erlitten überwiegend leichte Verletzungen. Der Tornado zog eine Schneise der Verwüstung durch Mittel-Kansas.

Weitere Stürme fegten über mittleren Westen der USA
In der Stadt Osborne in Kansas riss ein Sturm das Dach von einem Restaurant und beschädigte weitere Gebäude. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Der Wirbelsturm habe zugeschlagen, sei wieder abgehoben und wieder auf den Boden zurückgekommen, berichtete eine Anwohnerin. In Sweetwater in Oklahoma geriet eine Schule in die Bahn eines Tornados - es hielten sich aber keine Schüler in dem Gebäude auf.(apa/red)

6.5.2007 16:05