Stickstoff statt Sauerstoff: Tödliche Fehler in italienischen Spitälern werden vermutet
- Süditalien: Rätselhafte Todesfälle von acht Patienten
Behandlungsfehler in Krankenhäusern sorgen erneut für heftige Debatten in Italien. in diesem Zusammenhang wurde in der süditalienischen Stadt Taranto wegen der rätselhaften Todesfälle von acht Patienten eine Untersuchung eingeleitet: Eine Person soll versehentlich mit Stickstoff statt mit Sauerstoff behandelt worden sein, weil ein Gerät auf der Intensivstation des Spitals fehlerhaft funktionierte.
Eine Obduktion wurde für die Leichen von weiteren sieben Patienten angeordnet, die seit dem 20. April möglicherweise aus demselben Grund gestorben sind, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica". Die Intensivstation des Krankenhauses in der Region Apulien, die vor kurzem eingeweiht worden war, wurde gesperrt und die Einrichtung beschlagnahmt.
Täglich sorgt die Situation in den italienischen Krankenhäusern für Schlagzeilen. Vier Operationssäle im größten Krankenhaus Italiens, der Poliklinik Umberto I. in Rom, mussten kürzlich gesperrt worden, nachdem in Wasserleitungen Legionellen gefunden worden waren. Eine Patientin war zuvor an der Legionärskrankheit gestorben.
Die Gesundheitsbehörde fand kürzlich in der alten Poliklinik von Neapel Ratten, in einem anderen Krankenhaus der Stadt wurden streunende Hunde gesichtet. In den Kellern häuften sich Dreck und Abfälle, darunter gebrauchte Spritzen. Die Behörden untersuchten zunächst 309 von insgesamt 679 Krankenhäusern in Italien.
In einem Krankenhaus in Florenz sind bei drei Transplantationen Aids-verseuchte Organe übertragen worden. Ob die Empfänger infiziert wurden, steht nach Angaben der Ärzte noch nicht fest. Es handelt sich um den erstem Zwischenfall dieser Art seit Beginn von Transplantationen in Italien vor 40 Jahren. (apa)
