Vatikan ist nach Anti-Papst-Slogans am
1. Mai empört: "Auch das ist Terrorismus"
- Pfiffe gegen Heiligen Vater bei Großkonzert in Rom

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Der Vatikan reagiert heftig auf die Pfiffe gegen den Papst und die anti-katholischen Slogans, die bei einem Großkonzert anlässlich des 1. Mai in Rom ertönten. In einem Kommentar sprach die vatikanische Tageszeitung "L'Osservatore Romano" von "schändlichen Angriffen" gegen den Papst. "Auch das ist Terrorismus. Terrorismus bedeutet, Attacken gegen die Kirche zu richten. Auch wir sind Ziel terroristischer Angriffe, wenn man blinde, irrationale Kampagnen gegen jene führt, die von Liebe zum Leben und zu den Menschen sprechen", schrieb das Blatt.
"L'Osservatore Romano" reagiert damit auf die Ansprache einer der Moderatoren des von den Gewerkschaften organisierten Konzerts vor der Lateranbasilika, an der sich am 1. Mai Tausende von Menschen beteiligt hatten. Moderator Andrea Rivera hatte den Papst wegen seiner Position zur Evolutionslehre und Euthanasie kritisiert. "Der Papst glaubt nicht an die Evolutionslehre, denn die Kirche hat sich niemals weiterentwickelt", sagte der Moderator. Er kritisierte außerdem die Kirche, weil sie im Dezember dem an Muskeldistrophie erkrankten Patienten Piergiorgio Welby kein katholisches Begräbnis gewährt hatte, nachdem ihm Sterbehilfe geleistet worden war.
"Die Worte des Moderators sind vielleicht nur Ausdruck einer unglaublichen Oberflächlichkeit. Ihre Gefährlichkeit ist jedoch nicht oberflächlich, vor allem wenn man an die Morddrohungen denkt, die gegen den Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz Angelo Bagnasco gerichtet worden sind", schrieb "L'Osservatore".
Auch die Forza Italia um Oppositionschef Silvio Berlusconi reagierte entrüstet auf Riveras Kritik. Es sei eine Schande, dass ein Moderator die Kulisse des vom Staatsfernsehen übertragenen Konzerts mit Millionen Zuschauern ausnutze, um den Vatikan derart zu attackieren.
Regierungschef Romano Prodi rief dagegen zu milderen Tönen auf. "Es gibt immer jemand, der das Klima anheizt. In dieser Phase braucht das Land hauptsächlich Ruhe", sagte Prodi.
(apa)
