Mittwoch, 2. Mai 2007

Nachhilfe für kanadischen Premier: Autor versorgt Politiker mit Literatur-Klassikern

  • Stephen Harper kann mit Kunst nicht viel anfangen

Weil er sich mehr für Zahlen und Eishockey als für Schöngeistiges interessiert, erhält der kanadische Premierminister Stephen Harper ungefragt Nachhilfe in Literatur. Alle zwei Wochen sendet der kanadische Schriftsteller Yan Martel dem Regierungschef einen literarischen Klassiker zu, dessen Wirkungsgeschichte er ausführlich in einem Begleitbrief beschreibt.

So erhielt Harper zu seinem 48. Geburtstag George Orwells "Farm der Tiere", davor sandte Martel ihm Tolstois "Tod des Iwan Iljitsch" zu. Seine Bemühungen will der Booker-Preisträger solange fortsetzen, bis Harpers Amtszeit als Premier endet. Akribisch Rechenschaft darüber legt Martel auf seine Internetseite "whatisstephenharperreading.ca" ab.

Auf die Idee kam Martel, als Harper während einer kulturellen Veranstaltung im Parlament sichtlich unbeteiligt seine Papiere ordnete. Er regiere wie "einer, der mit Kunst nichts anzufangen weiß", beklagte sich der Schriftsteller. Auf eine Reaktion des Regierungschefs wartete er bisher vergeblich.

(apa/red)

2.5.2007 09:24