"Legalize us": Hunderttausende bei Massenproteste von Immigranten in USA
- Forderung nach Einbürgerung auch in LA & New York
- Zahl der Teilnehmer deutlich niedriger als 2006
In den USA haben mehrere zehntausend Menschen bei Kundgebungen zum 1. Mai eine Reform der Einwanderungsgesetze sowie mehr Rechte für die geschätzten rund 12 Millionen illegalen Arbeiter im Land gefordert. Demonstrationen fanden in zahlreichen Großstädten des Landes statt, darunter in Los Angeles, Chicago, Detroit und New York. Doch war die Zahl der Teilnehmer deutlich niedriger als vor einem Jahr. Damals hatte sich mehr als eine Million Menschen an einem eintägigen "Wirtschaftsboykott" beteiligt und war der Arbeit ferngeblieben, um gegen die Einwanderungsgesetze zu protestieren.
Nach Angaben der Organisatoren befürchten viele Betroffene, dass eine angestrebte Reform des Einwanderungsrechts vor der Präsidentenwahl 2008 aus dem Blickfeld gerät. "Wenn wir nichts tun, können sich Demokraten und Republikaner wieder zurücklehnen und nichts tun", sagte Angelica Salas, Direktorin der Koalition für menschliche Einwandererrechte in Los Angeles.
In Los Angeles sprach die Polizei von 25.000 Teilnehmern an der ersten von zwei geplanten Kundgebungen, 2006 waren es dort mehrere hunderttausend gewesen. In Phoenix und Tucson demonstrierten etwa 3.500 Menschen, in Oakland zogen 2.000 Demonstranten zum Rathaus. Die größte Kundgebung wurde aus Chicago gemeldet, wo nach Angaben der Polizei 150.000 Menschen auf die Straße gingen.
Zahlreiche Demonstranten waren hispanischer Abstammung. Sie forderten unter anderem ein Ende der Razzien gegen illegale Einwanderer. Die Organisatoren vermuteten, die Angst vor möglichen negativen Auswirkungen habe dieses Mal viele Arbeiter dazu bewogen, sich nicht an den Protesten zu beteiligen.
US-Präsident George W. Bush scheiterte im vergangenen Jahr mit seiner geplanten Reform am Widerstand aus seiner eigenen Republikanischen Partei. Die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus war zwar für die von Bush vorgeschlagenen strengeren Kontrollen, nicht aber für eine Lockerung der Bestimmungen für eine US-Staatsbürgerschaft. Die Demokraten befürworten eine Reform, wonach Einwanderer, die Steuern zahlen und sich an die Gesetze halten, die US-Bürgerschaft beantragen können. Sie haben inzwischen die Mehrheit im US-Kongress.
(apa)
