Dienstag, 1. Mai 2007

Pressefreiheit ist vielerorts in Gefahr: Vor allem in Asien und Russland verschlechtert

  • US-Organisation Freedom House rügt auch Venezuela
  • Italien nach Amtszeit Silvio Berlusconis wieder "frei"

Die Pressefreiheit hat sich einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr in vielen Ländern verschlechtert. Alarmierend sei der Umgang mit den Medien besonders in einigen Ländern Asiens und Südamerikas sowie in Russland, hieß es in einem Bericht der in Washington ansässigen Organisation Freedom House.

Die russische Regierung versuche verstärkt, unabhängige Medien an den Rand zu drängen. Zudem wolle Russland die Nutzung des Internets einschränken. Auch in den südamerikanischen Ländern Venezuela, Argentinien und Brasilien sei die Pressefreiheit im vergangenen Jahr durch staatliche Eingriffe oder eine schlechtere Sicherheitslage eingeschränkt worden, hieß es in dem Bericht.

In den asiatischen Ländern China, Vietnam und Iran seien 2006 erneut zahlreiche Journalisten und Internet-Nutzer inhaftiert worden, bemängelte Freedom House. In Thailand, Sri Lanka und auf den Philippinen litt die Pressefreiheit demnach unter politischen Umwälzungen.

In Nepal, Kambodscha und Indonesien habe sich die Lage der Medien hingegen verbessert, hieß es. Nordkorea schnitt bei der Achtung der Pressefreiheit am schlechtesten ab. Mit Burma und Turkmenistan waren zwei weitere asiatische Länder unter den fünf Staaten mit der geringsten Pressefreiheit.

Dagegen habe sich unter anderem in Italien die Lage gebessert, stellte Freedom House fest. Das Land könne nach der Ablösung von Silvio Berlusconi als Regierungschef in Hinblick auf die Pressefreiheit wieder als frei gelten.

Von den 195 beurteilten Ländern wurden insgesamt 74 als frei eingeschätzt, 58 als teilweise frei und 63 als nicht frei. Damit konnten nur 18 Prozent der Weltbevölkerung auf freie Berichterstattung zurückgreifen. Am stärksten wird die Pressefreiheit dem Bericht zufolge in Finnland und Island beachtet. (APA)

1.5.2007 17:17