"Grund zu ernster Besorgnis": Maliki geht gegen "zu strenge" Sunniten-Polizisten vor
- Soll Anti-Terror-Eifer seiner Kommandanten bremsen
·Irakischer Al-Kaida- Chef al-Masri getötet?
US-Armee will Meldung noch nicht bestätigen
Die US-Regierung prüft Berichte, wonach der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki gegen Kommandanten vorgeht, die schiitische Milizen zu aggressiv bekämpfen. "Wenn das zutrifft, wäre dies ein Grund zu ernster Besorgnis", sagte Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington.
Er bezog sich damit auf eine Meldung der "Washington Post", der zufolge es in Al- Malikis Büro eine Abteilung gibt, die eine führende Rolle bei der Festnahme und "Entfernung" von zu schlagkräftigen ranghohen Militärangehörigen und Polizeibeamten spielt.
Die Zeitung berief sich dabei auf Vertreter des US-Militärs in Bagdad. Danach seien seit dem 1. März mindestens 16 Kommandeure entlassen, in Gewahrsam genommen und zum Rücktritt gezwungen worden. Mindestens neun von ihnen seien Sunniten.
Einige der Betroffenen hätten anscheinend aus guten Gründen ihren Posten verloren, etwa wegen Korruption oder schlechter Arbeit. Aber eine ganze Reihe der Kommandeure werde zu den "guten" draußen vor Ort gezählt, hieß es in der "Washington Post" weiter. Die Entlassungen hätten bei amerikanischen und irakischen Führungspersonen Empörung ausgelöst. Sie lastete der schiitisch geführten Regierung an, die Bemühungen des Militärs um eine Beendigung der Gewalt im Irak zu unterlaufen.
"Ihre einzigen Vergehen waren, dass sie Erfolg (beim Einsatz gegen die schiitische Mahdi-Miliz) hatten", zitierte die Zeitung US-General Dana Pittard im Irak. "Ich bin es Leid mit anzusehen, wie gute irakische Kommandeure über ihre Schultern gucken müssen, wenn sie versuchen zu tun, was richtig ist."
