Terroranschläge um mehr als ein Viertel gestiegen: 45% aller Attacken im Irak!
- 2006: Bei 14.000 Anschlägen gab es 20.000 Tote
- Europa: Neue Radikalisierung als Grund zur Sorge
·Irakischer Al-Kaida- Chef al-Masri getötet?
US-Armee will Meldung noch nicht bestätigen
Die Zahl der weltweiten Terroranschläge ist nach Angaben des US-Außenministeriums im vergangenen Jahr um ein Viertel gestiegen, die Zahl der Todesopfer hat sogar sprunghaft um 40 Prozent zugenommen. Bei 14.000 Anschlägen seien mehr als 20.000 Menschen in den Tod gerissen worden, die meisten davon im Irak, heißt es im jüngsten Terrorbericht des Ministeriums.
Dem Bericht zufolge starben vergangenes Jahr weltweit allein rund 700 Kinder durch Bomben und Angriffe, 80 Prozent mehr als im Jahr 2005. Der Iran ist den Angaben zufolge weiterhin der größte Unterstützer des Terrorismus.
Die Zahl der Anschläge habe sich gegenüber dem Jahr 2005 um mehr als 3.000 erhöht, die der Toten um mehr als 5.800, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Allein im Irak seien zwei Drittel der Todesopfer zu beklagen gewesen. Dort wurden den Angaben zufolge fast die Hälfte aller Terroranschläge weltweit verübt - 6.600 oder 45 Prozent. Dabei wurden 13.000 Menschen getötet, 65 Prozent aller weltweit registrierten Terroropfer.
Naher Osten & Südasien am gefährlichsten
"Die bei weitem meisten terroristischen Vorfälle ereigneten sich im Nahen Osten und in Südasien" heißt es in dem 335 Seiten umfassenden Bericht des State Departments. Dies sind die Regionen, in denen der Irak und Afghanistan liegen. In Afghanistan wurden im vergangenen Jahr 749 Anschläge registriert. Dies sei eine Steigerung gegenüber 2005 um 50 Prozent, teilte das US-Außenministerium mit. Terrororganisationen wie Al Kaida entwickelten eine Kleinkriegstaktik, die einem "weltweiten Aufstand" gleichkomme, sagte der Leiter des US-Zentrums für Konterterrorismus (NCTC), Frank Urbancic. Obwohl schon viele ranghohe Al-Kaida-Mitglieder getötet oder gefasst worden seien, sei die Terrororganisation im Kern "unverwüstlich".
Die Zahl der Verletzten erhöhte sich dem Bericht zufolge mehr als die Hälfte (54 Prozent). Im Irak habe sie sich sogar verdoppelt. Die Zahl der Entführungen im Irak stieg ebenfalls rapide auf das Dreifache.
Die iranische Regierung sei der "aktivste staatliche Sponsor" des Terrorismus, heißt es in dem Bericht weiter. Vor allem die Revolutionsgarde und das Geheimdienstministerium unterstützten zahlreiche Extremistengruppen. Beide seien "direkt verwickelt in die Planung und Unterstützung terroristischer Handlungen". Nach dem Iran und Syrien förderten auch Kuba, Nordkorea und der Sudan den Terrorismus.
Europa: Radikalisierung als Grund zur Sorge
Zur Lage in Europa schreibt das US-Außenministerium, dass es zwar 2006 keinen größeren Terroranschlag gegeben habe, dass aber vereitelte Anschläge und die wachsende Radikalisierung von jugendlichen Einwanderern Grund zur Sorge bereiteten. Außerdem gebe es in Europa Netzwerke, die Terrorgruppen unterstützten. Die Europäische Union wird kritisiert, weil sie zögere, die Vermögen von Wohlfahrtsorganisationen einzufrieren, die die radikal-islamische Hamas-Bewegung in den Palästinensergebieten oder die schiitische Hisbollah im Libanon unterstützten.
Österreich im Bericht positiv erwähnt
Zu Österreich wird in dem Bericht unter anderem auf ein Treffen zum Thema Sicherheit auf Ebene der Justiz- und Innenminister während der EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 verwiesen, sowie auf den EU-USA-Gipfel mit US-Präsident Bush im Juni in Wien. Österreich habe "interkulturelle Dialoge als Präventivstrategie gegen Radikalisierung und die Isolation ethnischer und religiöser Gruppen" gefördert. Zudem wird festgehalten, dass Österreich über umfassende rechtliche Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus verfüge. (apa)
