Montag, 30. April 2007

Lebenslang für "Düngebomber": Britische Muslime planten Bomben-Terroranschlag

  • Attentate auch auf großes Einkaufszentrum & Pub
  • Strafmaß wird noch für die Abendstunden erwartet

Ein Gericht in London hat fünf Männer wegen der Planung von schweren Bombenanschlägen in Großbritannien zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei weitere Angeklagte wurden freigesprochen. Alle sieben Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert und den Vorwurf einer terroristischen Verschwörung zur Ermordung hunderter Menschen zurückgewiesen.

Die Planungen für Anschläge, unter anderem auf einen Nachtclub in London, ein Einkaufszentrum in Kent und Verteilzentren für Strom und Gas betrieb die Gruppe den Ermittlungen zufolge in Verbindung mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida (al-Qaeda) Netzwerk von Osama bin Laden zwischen Januar 2003 und März 2004.

Wie Scotland Yard mitteilte, hatte der 25-jährige Hauptangeklagte Omar Khyam unter anderem in Al-Kaida-Lagern in Pakistan Kontakt zu Mohammed Sidique Khan, dem späteren mutmaßlichen Anführer der Londoner Selbstmordanschläge vom 7. Juli 2005, bei denen außer den vier Selbstmordattentätern 56 Menschen ums Leben kamen. Khyam und ein Komplize wurden unter anderem für schuldig befunden, im Besitz von 600 Kilogramm chemischen Düngemitteln zum Bau von Sprengsätzen gewesen zu sein.

Die sieben pakistanischstämmigen Briten muslimischen Glaubens waren am 30. März 2004 festgenommen worden. Ihr Prozess, der am 21. März 2006 vor dem Strafgericht Old Bailey begonnen hatte, war das längste und kostspieligste Verfahren gegen Terrorverdächtige in Großbritannien. Die Jury beriet sechs Wochen lang, um zu ihrem Schuldspruch zu kommen. Die Kosten des Prozesses werden auf etwa 50 Milllionen Pfund (73 Millionen Euro) geschätzt.
(APA/red)

30.4.2007 17:39