Montag, 30. April 2007

"Für alle frei zugänglich": Estland versetzt russisches Soldatendenkmal auf Friedhof

  • Demontage zog massive Proteste Moskaus mit sich

Nach der von Ausschreitungen begleiteten Demontage eines sowjetischen Ehrenmals hat Estland das Denkmal auf einem Soldatenfriedhof aufgestellt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte am Montag mit, die Bronzestatue des Rotarmisten sei für alle frei zugänglich. Ende Juni würden auch die nahe dem ursprünglichen Denkmal-Standort in der Stadtmitte von Tallinn entdeckten Gräber russischer Soldaten dorthin verlegt.

Ende vergangener Woche war es in der estnischen Hauptstadt zu schweren nächtlichen Ausschreitungen von Jugendlichen gekommen, die überwiegend der russisch-sprachigen Minderheit angehörten. Diese hat den Abbau des Denkmals als eine Entehrung der Soldaten verurteilt, die das Baltikum von der Nazi-Herrschaft befreit hätten.

Auch die russische Regierung hatte die Demontage des Ehrenmals heftig kritisiert. Das Simon-Wiesenthal-Center in Jerusalem schloss sich der Kritik an. In einer Stellungnahme hieß es, die Entfernung des Denkmals sei ein Beitrag zur Verharmlosung der Holocaust-Verbrechen in Estland. Zudem komme es einer Beleidigung der Opfer gleich.

(apa/red)

30.4.2007 20:17