43,5 Jahre Haft für "Tarantino-Bande": Nach 6 filmreifen Banküberfällen verurteilt
- 8-köpfige Bande weckte Erinnerungen an Pulp Fiction
Im Wiener Straflandesgericht ist der Prozess gegen die so genannte Tarantino-Bande zu Ende gegangen. Die achtköpfige Bande hatte im Vorjahr innerhalb von sechs Monaten in Wien in unterschiedlicher Zusammensetzung sechs Banken und ein Postamt überfallen. Ein Schwurgericht verhängte über die zwischen 20 und 23 Jahre alten Täter insgesamt 43,5 Jahre Haft.
Kriminalisten hatten der Bande ihren Namen in Anlehnung an den US- Regisseur Quentin Tarantino verliehen: Einer von ihnen sprang meistens mit gezückter Schusswaffe auf das Kassenpult, rief "Überfall!", hielt damit Kunden und Angestellte in Schach und weckte damit Erinnerungen an eine Szene aus dem Film "Pulp Fiction".
Das filmreife Auftreten der jungen Männer hatte durchschlagenden Erfolg: Allein der Coup in einer Bank Austria-Filiale in der Linzer Straße 28 in Wien-Penzing brachte ihnen am 29. Juni 2006 nicht weniger als 153.000 Euro ein. Bei den sechs geglückten Überfällen - einer scheiterte, weil einer der Täter eine Panikattacke erlitt - erbeuteten sie insgesamt 332.000 Euro, wovon ein Großteil sicher gestellt werden konnte.
Gestartet hatten die Burschen ihre Raubserie mit einem Überfall auf ein Postamt Anfang Mai. Das "Hirn" der Bande, ein 22 Jahre alter Beschäftigungsloser, besorgte die Waffen und Masken, kundschaftete die Örtlichkeiten aus und hielt sich dann eher im Hintergrund. Wenn überhaupt, trat er bei den Verbrechen als Chauffeur in Erscheinung. Über ihn verhängte das Gericht achteinhalb Jahre Haft. Seine sieben Mittäter fassten zwischen zweieinhalb und acht Jahre aus. Sämtliche Strafen sind nicht rechtskräftig. (apa/red)
