Montag, 30. April 2007

Verschubunfall am Wiener Südbahnhof: ÖBB-Mitarbeiter schwer an Beinen verletzt

  • Südbahnhof war während Aufräumarbeiten blockiert
  • Umleitung nach Meidling - Bahnhof nun wieder frei

Nach einem Verschubunfall war der Wiener Südbahnhof stundenlang blockiert. Ankommende Züge hielten im Bahnhof Meidling, die letzte Station bis zum Zielort mussten die Passagiere mit der Schnellbahn zurücklegen. Ursache war ein seitlicher Zusammenstoß zweier Verschubzüge. Ein ÖBB-Mitarbeiter wurde schwer verletzt.

Von den Umleitungsmaßnahmen waren laut ÖBB "mehrere tausende Reisende betroffen". Insgesamt wurden 120 Züge umgeleitet bzw. in Meidling gewendet. Über den Südbahnhof fahren zum Beispiel Pendlerzüge aus dem Burgenland und Niederösterreich sowie Fernreisezüge Richtung Süden.

Zu dem Unglück kam es gegen 7.30 Uhr bei einer so genannten Flankenfahrt zweier Verschubgarnituren. Schauplatz war der für Passagiere nicht zugängliche Verschubbereich zwischen Südbahnhof und Südtiroler Platz. "Vier Wagen des Eurocity 531 mussten wegen eines technischen Gebrechens eines Wagens abgekoppelt werden. Dieser Wagen wurde abgestellt. Bei der Rückfahrt zum Bahnsteig kam es zu einem seitlichen Zusammenprall mit einer anderen Verschubgarnitur", berichtete ÖBB-Pressesprecherin Katharina Gürtler.

Ein Zug und zwei Waggons entgleisten. Wie es bei der Flankenfahrt zu einer Kollision kommen konnte, war zunächst unklar. Eine Kommission untersuchte den Unfall an Ort und Stelle. Ein Ergebnis sollte in den nächsten Tagen vorliegen.

Bahnmitarbeiter schwer verletzt
Ein Verschubmitarbeiter erlitt schwere Verletzungen an den Beinen. Er hatte sich im Rahmen seiner Tätigkeit auf den Gleisen aufgehalten und war beim Zusammenstoß zwischen die Züge geraten. Der 41-Jährige wurde in ein Unfallkrankenhaus gebracht.

Bis 13.30 Uhr konnten keine Züge den Südbahnhof an- oder von dort abfahren. Nah- und Fernverkehrsverbindungen endeten im Bahnhof Wien-Meidling bzw. nahmen von dort ihre Reise auf. Die Schnellbahn verkehrte zwischen den beiden Stationen planmäßig. Bei abfahrenden Zügen mussten Reisende mit Verspätungen von etwa einer halben Stunde rechnen.

Ab 13.30 Uhr war die Unfallstelle so weit geräumt, dass der Verkehr teilweise wieder über den Südbahnhof abgewickelt werden konnte. Das endgültige Ende der Aufräumarbeiten gaben die ÖBB mit 15.00 Uhr an. Laut Gürtler waren dabei rund 100 Mitarbeiter im Einsatz. Nun ist der zweitgrößte Bahnhof der Stadt wieder frei.

(apa/red)

30.4.2007 20:23