WOMAN: 100 Tage Frauenpolitik auf dem Prüfstand - Was hat sich bisher also getan?
- Die Probleme: Ohne Job und ohne Kinderbetreuung!
- Plant die neue Regierung tatsächlich Verbesserungen?

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Den Frauen war vor den Wahlen wieder so einiges an Veränderungen und Verbesserungen versprochen worden. Doch wie sieht es nach 100 Tagen großer Koalition aus? Was hat sich tatsächlich verändert und für Frauen verbessert? Und was darf man in Zukunft noch erwarten? WOMAN prüfte die Versprechen der Regierung.
Es ist Montag, acht Uhr morgens. Im niederösterreichischen Rabensburg sitzt die 10-jährige Vanessa in der Schule. Ihre Mama, Anna Seiter, 42, macht sich zur selben Zeit - wie jeden zweiten Tag - auf den Weg zur Post, um die Firmen in der Umgebung durchzurufen. Um zu fragen, ob jemand einen Job für sie hat.
Seit mittlerweile drei Monaten ist die Verkäuferin nun ohne Anstellung und fixes Einkommen. Es gäbe schon Möglichkeiten, wo anzufangen, "nur müsste ich bei diesen Jobs um sechs Uhr früh gestellt sein. Unmöglich als Alleinerzieherin eines Volksschulkindes", weiß Seiter um die besondere Schwierigkeit in ihrem Fall. Auch den vorletzten Job musste sie aus diesem Grund aufgeben, denn es gab nur die Wahl zwischen 50 Stunden pro Woche oder Kündigung.
Damit ist Anna Seiter mit zwei der dringlichsten Frauenprobleme konfrontiert: der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - und dadurch auch mit der Arbeitslosigkeit. "Die Reformbekundungen der neuen Regierung sind hoffentlich nicht nur leere Versprechungen", gibt sie sich aber zuversichtlich.
So viel lässt sich schon einmal sagen: Die wichtigsten Frauenthemen mit dringendem Handlungsbedarf werden auch unter rot-schwarzer Regentschaft nur zweitranging behandelt. Etwa die Senkung der Frauenarbeitslosenrate. "Durch die Privatisierung werden die sicheren Jobs im öffentlichen Dienst abgebaut", kritisiert Claudia von Werlhof, Politikwissenschaftlerin und Frauenforscherin an der Uni Innsbruck, "das bekommen die Frauen doppelt zu spüren. Denn als Privatangestellte sind die Jobs oft nur halbtags und schlecht entlohnt. Das geht alles in eine absurde Richtung!"
Kompetente Innenpolitik-Journalistinnen bewerten die Frauenriege der rot-schwarzen Koalition! Mehr zur Story im aktuellen WOMAN 8/2007
