Mittwoch, 25. April 2007

Eine Frau regt auf: Der schwarze Taifun!
In der Politik polarisiert sie wie sonst keine

  • Die VP-Vizechefin will im Vielfrontenkrieg punkten
  • Kdolsky kämpft gegen Raucher, Alkohol und Aids

Warum die Gesundheitsministerin & VP-Vizechefin keinen kalt lässt, wie sie tickt, wer ihre Freunde und Feinde sind.

Die Gäste der „CliniClowns“-Benefizveranstaltung im Wiener Metropol am vergangenen Montag staunen zunächst: „Schau mal, was die da macht“, wundern sich die einen, freundlich amüsiert.

„Die ist doch bitte Ministerin“, konstatieren andere leicht pikiert. Aber nach ihrem kurzen Gastauftritt als Gräfin Mariza erntet Andrea Kdolsky tosenden Applaus.

Keine Frage, die Gesundheits- und Familienministerin und Neo-ÖVP-Vizechefin lässt keinen kalt. Nach ihren ersten hundert Tagen als quirlige Ministerin polarisiert die Fachärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, mehr als alle anderen ihrer Regierungskollegen. In Umfragen punktet sie mit ihrer kecken, offenen Art zunehmend. Nicht zur Freude aller: In ihrem Büro stapeln sich denn auch „Briefe und Mails von Bürgern“. Die einen jubeln: „Machen Sie so weiter“, die anderen toben: „Sie sind ja eine Kondomministerin“. Und so schaffte es Kdolsky, die 44-jährige resolute Frau, auch schon zu mehreren Rücktrittsaufforderungen und sogar zu einem Misstrauensantrag.
Und sie hat noch allerlei neue Kämpfe vor sich: Ein neues hartes Anti-Raucher-Gesetz will sie schon bald umsetzen, Feldzüge gegen das „Kampftrinken“ und gegen Aids fechtet sie aller Kritik zum Trotz weiter aus.

Die selbstbewusste Wienerin, die gerne erzählt, dass ihr Lieblingssong „Ich bin Ich“ sei, will sich nicht unterkriegen lassen. „Ich möchte schon ein Mensch mit Schwächen bleiben können“, sagt sie. Und auch, dass sie sich nicht den Mund verbieten lassen würde, richtet sie aus.

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PLUS: Raucher im Rückzug - Kdolsky kündigt schärfere Maßnahmen an

25.4.2007 17:00