"Profilierungsneurotiker am Werk": Chef der Strabag skeptisch gegenüber Börsegang
- Haselsteiner bleibt noch einige Jahre an Konzernspitze
- Verfassungsreform als Wunsch an Große Koalition
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Auch wenn der Börsengang der Strabag im Herbst kommen soll, lässt Konzernchef Haselsteiner mit deutlicher Skepsis aufhorchen. Vor allem das Klima in den Hauptversammlungen der börsenotierten Firmen habe sich zuletzt zum Negativen entwickelt, sagte Haselsteiner im Ö1-Mittagsjournal.
"Da sind Profilierungsneurotiker am Werk, die nichts anderes bezwecken als eine Plattform auszunützen für ihre eigenen Neurosen oder was immer sie haben." Ihm liege das direkte Gespräch mit einigen wenigen strategischen Partnern mehr als die "Massenveranstaltungen" bei den Hauptversammlungen, sagte Haselsteiner. Die Strabag habe aber nun einmal eine Größe erreicht, bei der man mit strategischen Partnern nicht mehr das Auslangen finden könne und das Kapital- Reservoir der Börsen anzapfen müsse - und das sei eben der Preis dafür.
Für eine Bewertung der Wirtschaftspolitik der großen Koalition ist es Haselsteiner noch zu früh. Dass er im Wahlkampf die SPÖ unterstützt hatte, begründete er damit, dass die ÖVP eine Koalition mit FPÖ und BZÖ nicht ausschließen wollte: Er halte es für falsch, "wenn Hetzer Regierungsämter bekleiden", so Haselsteiner. Von der großen Koalition forderte der Unternehmer vor allem eine Verfassungsreform und wünscht sich offenbar einen Rückbau der Landtage: "Es ist eine Schande, dass acht Millionen Menschen zehn gesetzgebende Körperschaften brauchen." Und: "Es ist ineffizient, es ist verschwenderisch, es ist dumm und es ist unnotwendig."
Eine Rückkehr in die Politik schloss Haselsteiner aus und verwies darauf, dass er seinem neuen Mit-Eigentümer Deripaska versprochen habe "noch ein paar Jahre" zu bleiben. Außerdem will er noch einen neuen Unternehmens-Vorstand bestellen "und mit diesem Vorstand noch ein, zwei Jahre arbeiten". (apa)
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