Samstag, 28. April 2007

"Ich möchte was Großes": Das neue Leben
von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser

  • NEWS: KHG auf der Suche nach einem Hauptjob
  • Entscheidung fällt in nächsten drei bis vier Wochen

Nach seinem Ausstieg aus der Politik sondiert Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser noch immer verschiedene Angebote. Im NEWS-Interview spricht KHG über seinen neuen Nebenjob als Aufsichtsratschef, Eurofighter und seinen baldigen Hauptjob.

NEWS: Wieso haben Sie sich für diesen Aufsichtsratsvorsitz-Job bei C-Quadrat entschieden?

Grasser: Weil mich dieses Unternehmen einfach fasziniert hat, weil es vor 16 Jahren in einem Wohnzimmer gegründet wurde. Gegründet von zwei jungen Unternehmerpersönlichkeiten, die sich etwas zugetraut haben. Die ein Wagnis eingegangen sind, das sich ausgezahlt hat. Und das gefällt mir einfach. Sie haben in den letzten 16 Jahren erreicht, einer der Besten im Finanzdienst-leistungsbereich zu werden.

NEWS: Trotzdem haben Sie damit, neben Ihrer Beteiligung an einer PR-Agentur, nur einen weiteren Nebenjob angenommen. Werden Sie auch mal wieder hauptberuflich arbeiten?

Grasser: Ich will ein aktiver Aufsichtsratsvorsitzender sein und mich voll und ganz für den Erfolg des Unternehmens einsetzen. Aber Sie haben Recht, dass dies kein Hauptjob ist. Ich verhandle derzeit noch mit drei bis vier Unternehmen und werde meine Entscheidung in drei bis vier Wochen bekannt geben.

NEWS: Wo sind denn diese Jobs?

Grasser: In Wien, London, Zürich oder Frankfurt.

NEWS: Sie haben doch nun schon mehrere Monate verhandelt. Wieso sagen Sie nicht endlich, was Sie machen werden?

Grasser: Von 15 potenziellen Unternehmen, mit denen ich geredet habe, bin ich noch mit vier in Verhandlungen. Das ist wirklich kein Witz, ich habe mich noch nicht entschieden. Aber ich werde entweder im Bereich des Investmentbankings oder in der Industrie arbeiten.

NEWS: Teile der ÖVP hoffen immer noch auf Ihre Rückkehr in die Politik. Ist das für Sie vorstellbar?

Grasser: Das Kapitel Politik ist für mich abgeschlossen. Es war eine Herausforderung und hat mir auch viel Freude bereitet. Aber nach 13 Jahren in der Politik geht mein ganzes Streben dahin, etwas Großes in der Wirtschaft zu bauen. Ich möchte in der Privatwirtschaft beweisen, dass man außerordentlich erfolgreich sein kann.

NEWS: Verteidigungsminister Darabos möchte aus dem Eurofightervertrag aussteigen. Es sind seltsame Zahlungen aufgetaucht. Sollte Österreich aussteigen?

Grasser: Das Finanzministerium und ich hatten persönlich die Anti-Korruptions-Klausel in den Vertrag reklamiert. Selbst der Untersuchungsausschuss hat zugegeben, dass das mein Verdienst war. Dass Darabos nun darüber nachdenken kann, verdankt er dieser Klausel. Die irritierenden Vorkommnisse, die zutage getreten sind, müssen im Detail überprüft werden.

Das ganze Interview lesen Sie im aktuellen NEWS!

28.4.2007 08:22