Dienstag, 24. April 2007

Graf über BAWAG erzürnt: "Ethnische Säuberung" wohl noch nicht abgeschlossen

  • "Wer wird als übernächster vor die Türe gesetzt?"
  • USA haben angeblich 26 Staaten auf schwarzer Liste
    MITSTIMMEN: Ist das Vorgehen der BAWAG okay?

Die "ethnische Säuberung" bei der BAWAG P.S.K. dürfte noch nicht abgeschlossen sein, vermutet der Vorsitzende des parlamentarischen Banken-U-Ausschusses, Martin Graf. Graf bezieht sich dabei auf eine Äußerung des Industriellen Hannes Androsch, der in einem Zeitungsinterview gemeint hatte, die USA hätten 26 Länder auf ihrer schwarzen Liste. Androsch könnte darüber aufklären, welche 26 Staaten dies sind, so Graf.

Mit den "Schurkenstaaten" alleine gehe sich das nämlich nicht aus, so Graf weiter. Für viele Kunden der BAWAG wäre es deshalb interessant zu erfahren, wer als übernächster vor die Türe gesetzt werde. Zunächst müssten nämlich, laut BAWAG noch vor dem Verkaufsabschluss Mitte Mai, alle Iran-Finanzierungen verkauft werden.

Graf übte neuerlich Kritik an der Vorgangsweise von BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny. Es sei unzumutbar, "erst einen kapitalen Bock zu schießen und massiv den Finanzplatz zu schädigen, um hinterher zwar Fehler einzuräumen, aber keine Konsequenzen zu ziehen", so Graf.

Die BAWAG schulde nach wie vor die Vorlage jener Gutachten, die vor der Aufkündigung von Konten kubanischer Staatsbürger erstellt wurden. Nowotny solle auch offen legen, was Cerberus mit Verweis auf den "Trading with the enemy-Act" oder das Helms-Burton-Gesetz "als nächste Übertretung österreichischer Gesetze von der BAWAG verlangt".

Auch Hannes Androsch könnte sich umfassender äußern, als mit "I am not amused" die englische Königin zu zitieren. Schließlich sei er im Zuge der Übernahme als Cerberus-Berater tätig und selbst an einer Beteiligung interessiert gewesen. (apa/red)

24.4.2007 17:47