Dienstag, 24. April 2007

EBEL-Meister genehmigt sich Star-Trainer: Kanadier Page wird neuer Red Bulls-Coach!

  • 58-jähriger hat Erfahrung von 13 NHL-Saisonen
  • Nilsson koordiniert in Zukunft internationale Agenden

Der Kanadier Pierre Page fungiert ab 1. Mai als Trainer und Sportdirektor des österreichischen Eishockey-Meisters Red Bull Salzburg. Der 58-Jährige, der insgesamt 13 Saisonen in der NHL tätig war, verbrachte die vergangenen fünf Jahre in Berlin, wo er die Eisbären zweimal (2005, 2006) zum deutschen Meistertitel führte. Der bisherige Coach Hardy Nilsson übernimmt die Koordination des internationalen Eishockey-Programms von Red Bull.

Im Zentrum von Pages Aufgaben in Salzburg steht die Betreuung des amtierenden Meister-Teams. Außerdem ist der Kanadier unter anderem auch für die Entwicklung österreichischer Talente im Farmteam verantwortlich und freut sich auf seine neue Aufgabe. "Ich glaube, dass Salzburg der richtige Platz für mich ist. Herr Mateschitz hat eine Vision und blickt dabei auch über nationale Grenzen hinaus. Das ist sehr spannend für mich, zumal das System der Red Bulls alle Möglichkeiten, sportliche Ziele zu erreichen, offen lässt."

Angesprochen auf den Vergleich zwischen der NHL, der DEL (Deutsche Eishockey Liga) und der österreichischen Liga meinte Page, dass die Red Bulls etwas haben, was Teams aus der NHL, der deutschen oder auch der schwedischen Liga gern hätten: das Potenzial, Weltklassespieler zu entwickeln und dabei erfolgreich zu sein.

Page, der in Kürze seinen 59. Geburtstag feiert, begann seine Trainerkarriere bereits 1972 als Assistent an der Dalhousie University in Halifax. Schon in der darauf folgenden Saison wurde er Chefcoach der Universitätsmannschaft und blieb gleich für die nächsten sieben Jahre in dieser Funktion. Danach folgten insgesamt 13 Saisonen als Trainer in der NHL bei den Minnesota North Stars, den Quebec Nordiques, den Calgary Flames sowie bei den Anaheim Mighty Ducks, unterbrochen nur von zwei Spielzeiten bei den Colorado Flames in der CHL (Central Hockey League) sowie einer Saison bei den Moncton Golden Flames in der AHL (American Hockey League).

Den größten Erfolg in Amerika feierte Page 1986, als er als Assistenzcoach der Calgary Flames ins Stanley-Cup-Finale einzog. In den drei Jahren von 1991 bis 1994 bekleidete Page bei den Quebec Nordiques zudem das Amt des General Managers. Danach verschlug es ihn nach Europa, wo er im Jahr 2000 als Cheftrainer des Schweizer A-Nationalligisten HC Ambri-Piotta arbeitete. Von 2002 bis 2007 stand er bei den Berliner Eisbären als Head Coach hinter der Bande und feierte dort zwei Meistertitel.

Bei den olympischen Winterspielen 1980 wurde der Vater einer Tochter zum Gasttrainer der kanadischen Nationalmannschaft berufen, die den sechsten Platz belegte. Im Jahr darauf war er noch einmal als Assistenztrainer des Teams Kanada beim Canada Cup im Einsatz.

Sein Vorgänger Nilsson wird als Koordinator und Supervisor für die weitere Entwicklung des internationalen Eishockey-Engagements von Red Bull verantwortlich sein. "Es macht mich sehr stolz, dass ich mithelfen kann, die Weichen für die Zukunft des Engagements von Red Bull im internationalen Eishockey zu stellen", erklärte Nilsson, der auch für das neue internationale Red-Bull-Talentescouting-Programm mitverantwortlich sein wird.

(apa/red)

24.4.2007 16:40