Samstag, 28. April 2007

"Patabim": Giovanni Trapattoni steht auch mit 68 Jahren noch immer unter Strom

  • Von Fußballmüdigkeit noch nichts zu bemerken

Giovanni Trapattoni (68) ist Kult, als Trainer und Mensch. Der Italiener zählt in der Fußball-Welt zu den großen und klingenden Namen, vor allem dank seiner mittlerweile 20 gewonnenen Titel als Vereinstrainer (Weltrekord), aber auch auf Grund seiner legendären Wutreden. Gemeinsam mit Lothar Matthäus bildet der 68-Jährige seit 19. Mai 2006 bei Red Bull Salzburg das prominenteste Trainerduo der heimischen Liga-Geschichte. Seit Samstag steht der überlegene Gewinn des ÖFB-Meistertellers fest, Traps Vertrag in der Mozartstadt läuft bis 2008.

"Für mich ist jeder Titel wichtig", stellte Trapattoni klar, dass auch der ÖFB-Titel auf seiner Visitenkarte sehr bedeutend sei. Beim Titelhamstern hat "Trap" jede Menge Routine, doch wichtig seien auch andere Dinge: "Ich vergesse dann sofort wieder die Erfolge. Erfolge sind vergänglich. Wichtiger ist für mich, wenn ich sehe, wie ich die Mannschaft weiterbringe und wie sie sich entwicklet."

Wer mit Juventus Turin wirklich alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, wer mit Teams wie Inter Mailand, Bayern München oder Benfica Lissabon Meister war und auch als Teamchef der italienischen "Squadra Azzurra" gearbeitet hat, den sollten Spiele gegen Altach oder Ried eigentlich nicht mehr all zu sehr aus der Reserve locken.

Doch "Maestro" Trapattoni steht nach wie vor voll unter Strom. Das beweist er tagtäglich beim Training, wo er selbst scheinbar mühelos seine Runden abspult und Situp- oder Liegestütz-Serien hinlegt, wöchentlich in der Coaching Zone sowie in regelmäßigen Abständen auch auf den Presseterminen, wo er mit Wortkreationen wie "patabim", "patabam" oder "plemplem" für Aufsehen sorgt.

Am 6. April 2007 war es wieder so weit gewesen, eine "Neuauflage" des weltberühmten Auszuckers aus dem März 1998 ("Was erlauben Strunz?", "Diese Spieler waren schwach wie eine Flasche leer" oder "Ich habe fertig") fand statt. Nach dem bitteren Cup-Out gegen Mattersburg (2:3 n.V. nach 2:0) und folgender medialer Kritik am körperlichen Zustand seiner Truppe platzte Trapattoni wieder ordentlich der Kragen.

"Was verstehen Journalisten von Training?", war die Quintessenz daraus. Um allzu große Missverständnisse zu vermeiden, hat ihm Salzburg mit Gianni Giulietti einen Dolmetscher zur Seite gestellt.

Der "Mister", verheiratet mit seiner Paola und Vater von zwei Kindern, lässt sich für sein Charisma und seine Klasse, Erfahrung und beispiellose Palette an Erfolgen von Dietrich Mateschitz auch fürstlich entlohnen. Das Magazin "France Football" hat erst Mitte April eine Liste der bestbezahlten Trainer der Fußball-Welt veröffentlicht.

Mitten unter den Coaches von Chelsea (Jose Mourinho), Manchester United (Alex Ferguson) oder Real Madrid (Fabio Capello) tauchte dabei auf Rang sechs Red Bull Salzburg mit Trapattoni auf. Mit einer kolportierten Jahresgage von 4,6 Mio. Euro soll Trap sogar mehr abcashen als Frank Rijkaard beim entthronten Champions-League-Sieger FC Barcelona.

(apa/red)

28.4.2007 20:49