Kanada schraubt Klimaschutzziele zurück: Neue, selbst gesetzte Vorgaben als Ziel
- Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll ist kein Thema
- Al Gore: Überholte Emissionsziele sind "Betrug"

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Kanada hat als erstes Land offiziell Abstand von seinen Klimaschutzzielen nach dem Kyoto-Protokoll genommen und peilt neue, selbst gesetzte Vorgaben bis 2020 an. An einen Ausstieg aus dem internationalen Klimaschutz-Abkommen denkt Ottawa nach Angaben kanadischer Medien aber nicht.
Die überholten Emissionsziele der konservativen Regierung von Ministerpräsident Stephen Harper wurden von dem Klimaschützer und Ex-Vizepräsidenten der USA, Al Gore, in Toronto als "Betrug" abgelehnt. "Nach meiner Einschätzung ist (der neue Plan) ein Betrug ersten Ranges. (...) Er legt es darauf an, die kanadische Bevölkerung hinters Licht zu führen", wurde Gore von der Zeitung "Globe and Mail" zitiert. Gore verwies darauf, dass die Harper-Regierung das Konzept des "Intensitätsabbaus" von Denkfabriken in Texas übernommen habe, die von Ölriesen wie Exxon finanziert würden.
Diese Erkenntnis sei umso schockierender, als der Rest der Welt von Kanada moralische Führung erwarte, sagte Gore. Tatsächlich fürchten Umwelt- und Klimaschützer, dass Ottawas Beispiel Schule machen und auch andere Länder dazu verführen könnte, sich ihrer Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll zu entsagen. Die neuen Emissionsziele der Konservativen werden auch von kanadischen Umweltschutzverbänden als völlig unzureichend kritisiert.
Danach will Kanada den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase von 2007 bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent reduzieren. Das Kyoto-Protokoll hatte Ottawa zum Abbau der Treibhausgas-Emissionen um sechs Prozent gegenüber den Werten von 1990 bis spätestens 2012 verpflichtet. Tatsächlich aber liegen die Emissionen derzeit mehr als 30 Prozent über denen von 1990, hieß es in der Zeitung.
(apa/red)
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