Regierung in Rom will Notstand ausrufen: Wegen schwerer Dürre im Norden Italiens
- Würde Hilfe für Industrie & Landwirtschaft erleichtern
- Starke Preisanstiege bei Agrarprodukten befürchtet
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Angesichts der schweren Dürre in Norditalien und des sinkenden Wasserpegels des Flusses Po will die Regierung in Rom den Notstand ausrufen. Dies würde die Hilfen für die Industrie und Landwirtschaft erleichtern, sowie Maßnahmen zur Wasserrationalisierung ermöglichen, kündigte Umweltminister Scanio an. Konsumenten fürchten starke Preisanstiege bei Agrarprodukten.
In Rom fand im Ministerium für die wirtschaftliche Entwicklung ein Gipfeltreffen von Experten statt, bei dem erste Maßnahmen zur Dürrebekämpfung überprüft wurden. Die Lage ist schon jetzt Besorgnis erregend. Allein in der vergangenen Woche ist der Pegel des Flusses Po in der Nähe von Ferrara um 80 Zentimeter gesunken, stellenweise liegt der Fluss sechs Meter unter dem Normalwert.
Umweltaktivisten schlagen auch wegen des Pegels der norditalienischen Seen Alarm. Der Lago Maggiore weise 60 Millionen Kubikmeter weniger als 2006 auf. Der Pegel des Gardasees fiel bei Peschiera einen halben Meter unter den Durchschnittswert der vergangenen 50 Jahre. Wetterexperten befürchten eine ähnlich dramatische Lage wie im Hitze-Sommer 2003, als es Missernten und landesweite Stromausfälle gab. Damals lag der Wasserstand des Po bis zu 7,72 Meter unter normal.
In Piemont sind 50 Prozent der Reisproduktion in Gefahr. In der Lombardei befürchten Landwirte in der Obst- und Maisproduktion Schäden in Millionenhöhe. Der Trockenheit könnten auch die Weinstöcke Friauls zum Opfer fallen.
Konsumenten fürchten starke Preisanstiege bei Agrarprodukten. Die Preise für Obst und Gemüse könnten bald um bis zu 40 Prozent angehoben werden, warnten Verbraucherverbände. Sie forderten die Regierung auf, Maßnahmen gegen übermäßige Preissteigerungen zu ergreifen.
(apa/red)
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