Maria Berger über Segolene Royal: "Sie
ist unkonventionell und vermittelt Wärme"
- Justizministerin beschreibt in NEWS Royals Charisma
- "Frau als Präsidentin wäre ein wichtiger Meilenstein"

·NEWS: Ex-Minister Strasser über Sarkozy
"Der effizienteste Polit- Manager, den ich kenne"
·Frankreich: Stichwahl
um Präsidentenamt
MITVOTEN: Sarkozy oder
Royal - Wer wird siegen?
In Frankreich findet die alles entscheidende Präsidenten-Stichwahl zwischen Nicolas Sarkoy und Segolene Royal statt. Für NEWS beschreibt SP-Justizministerin Maria Berger die Faszination, die von der sozialistischen Kandidatin ausgeht.
Frauenpower: Es wäre ein wichtiger Meilenstein, wenn in Frankreich mit Ségolène Royal eine Frau Präsidentin würde. Es hat lange gedauert, bis die Zeit reif dafür war, zähe Märsche durch die Institutionen waren nötig, bis es Frauen an die Spitze der Weltpolitik schafften. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat hier sicher eine wichtige Bastion gestürmt. Dazu hat auch Hillary Clinton in den USA sehr gute Chancen.
Doch in Frankreich geht es jetzt um mehr als nur ein Zeichen für die Stellung von Frauen in der Politik. So wie bei den Parlamentswahlen Anfang Juni wird eine entscheidende Richtungsentscheidung getroffen: Gewinnt Royal, wird dies auch die europäische Politik massiv prägen. Es geht darum, ob soziale Themen wieder im Vordergrund stehen oder beinharte "Law and Order"-Debatten geführt werden.
Politische Freundschaft: Ich habe Ségolène Royal vergangenen Dezember beim Treffen der Sozialdemokraten in Porto kennen gelernt. Dabei hat sie ganz klar und deutlich zu den Handlungsmöglichkeiten Europas in der globalisierten Welt Stellung bezogen und beklagt, dass wir die Chancen zu wenig nutzen. Anders als ihre Darstellung in französischen Medien es nahelegt, ist sie von starken politischen Grundsätzen bewegt. Ihr Charisma macht aus, dass sie ihre Positionen sehr gut darstellt und versucht, unkonventionell zu sein. Das birgt natürlich manchmal ein gewisses Risiko.
Im Wahlkampf betonte sie ganz bewusst ihre weibliche Seite, weniger das Bild einer kämpferischen Karrierefrau. Ich glaube, dies ist in Zeiten wichtig, in denen sich viele verunsichert und im Stich gelassen fühlen.
Durch solche Auftritte wird Wärme vermittelt, gezeigt, dass die Politik für die Menschen da ist. In der Frauenbewegung war es nie so gedacht, dass Frauen wie Männer agieren, sondern, dass sie ihren eigenen Stil finden. Und dies tut sie. Ihre Wahl würde dazu beitragen, die tiefe gesellschaftliche Spaltung in Frankreich zu überwinden. Für Europa hieße es, dass an der Spitze eines der Gründungsstaaten jemand steht, der sich klar zu Europa bekennt.
Die ganze Story über den Wahlkrimi in Frankreich lesen Sie im aktuellen NEWS!
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