Sittenwächter im Kampf gegen die Mode: Iran verbietet "westliche" Herrenfrisuren!
- Auch Männer-Makeup, Krawatten & Fliegen verbannt
- Kleiderordnung für Frauen: Polizeigewahrsam droht
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Gepflegte Männer haben es im Iran schwer: Die Sittenwächter haben ihr striktes Vorgehen gegen modische Männer weiter verschärft. Westliche Haarschnitte, Make-up für Männer und das Färben und Zupfen der Augenbrauen seien künftig verboten, berichtete die Zeitung "Etemad". Entsprechende Anordnungen habe die Polizei in den Friseursalons des Landes erteilt. Wer sich also im Iran eine Frisur à la Beckham schneiden lassen will, geht ein Risiko ein.
Männliche Friseure dürften außerdem keine Krawatten oder Fliegen mehr tragen. Bei Regelverstoß drohe den Friseuren der Entzug ihrer Lizenz. Die Behörden nehmen jetzt auch verstärkt iranische Frauen wegen Verstößen gegen die Kleiderordnung ins Visier, Tausende wurden bereits verwarnt.
Irokesenschnitte im Trend
Der iranische Herrenfriseur-Verband warnte, die neuen Vorschriften seien nur schwer einzuhalten. Selbst wenn die Verbandsmitglieder sich an die Vorschriften hielten, gebe es weiter Hunderte Friseurläden ohne Lizenz, die die Regeln womöglich missachteten, zitierte "Etemad" den Verbandschef Mohammad Efthegari-Fard. Viele junge Leute ließen sich ihren Haarschnitt von Laien-Friseuren verpassen. Im Iran sind bei jungen Männern Irokesenschnitte mit viel Gel und gezupfte Augenbrauen im Trend.
Bei Widerstand droht Polizeigewahrsam
2000 Studenten der Universität Schiras haben bereits gegen neue Vorschriften protestiert, die ihnen das Tragen kurzärmliger Oberteile und kurzer Hosen außerhalb ihrer eigenen Zimmer verbieten. Frauen werden im Iran neuerdings auf der Straße angehalten, wenn sie sich nach Auffassung der Sittenpolizei in figurbetonter Kleidung oder nicht ausreichend verhüllt zeigen. Schon am Tag nach Beginn der Kampagne wurden nach offiziellen Angaben knapp 1500 Frauen verwarnt. Bei Widerstand droht den Frauen Polizeigewahrsam.
(apa/red)
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