Samstag, 28. April 2007

Blutiger Selbstmordanschlag im Irak: Attentäter tötet mindestens 55 Menschen!

  • Viele weitere bei Detonation in Kerbala verletzt
  • Attentäter sprengte sich in belebtem Einkaufsviertel

Bei der Explosion einer Autobombe sind in der irakischen Stadt Kerbala nach Behördenangaben mindestens 55 Menschen getötet und mindestens 160 weitere verletzt worden. Die Detonation ereignete sich in einem belebten Einkaufsviertel in der Nähe des Imam-Hussein-Schreins, der zu den größten Heiligtümern der Schiiten zählt. Die meisten der Opfer waren auf dem Weg zum Abendgebet. Die Bombe war in einem geparkten Auto versteckt gewesen.

Nach dem Anschlag brach Chaos in dem Viertel aus. Menschen suchten verzweifelt nach verletzten oder getöteten Angehörigen. Einige Personen begannen, mit Steinen auf Polizisten zu werfen und beschuldigten die Beamten, die Bevölkerung nicht genug zu schützen. Die Polizei feuerte Schüsse in die Luft, um die Menge zu zerstreuen.

Der Anschlag in der den Schiiten heiligen Stadt trägt die Handschrift des irakischen Al-Kaida-Ablegers. Die sunnitischen Extremisten versuchen, das Land in einen Bürgerkrieg zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und den früher dominierenden Sunniten zu stürzen. Erst vor zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter in Kerbala, das 100 Kilometer südwestlich von Bagdad liegt, 40 Menschen getötet. Der Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak hatte am Donnerstag vor neuen, schweren Anschlägen Al-Kaidas gewarnt. Die Gruppe sei der Feind Nummer eins im Irak, sagte General David Petraeus bei einem Besuch in Washington.

Auch an anderen Orten im Irak dauerte die Gewalt an, mindestens 19 Menschen starben. In der Hauptstadt Bagdad wurden bei Schießereien und Anschlägen 14 Menschen getötet. Fünf Menschen starben in den nördlich von Bagdad gelegenen Städten Kirkuk, Samarra und Mossul. In Mossul wurden die Leichen von fünf Ermordeten gefunden, unter ihnen ein fünfjähriges Kind.

Unterdessen fand der Geburtstag des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein unter den irakischen Sunniten kaum Beachtung. Am Grab des Ende Dezember hingerichteten Ex-Staatschefs in Auja versammelten sich nach Angaben des Baijat-Stammes, dem Saddam Hussein angehörte, rund 200 Menschen, die meisten von ihnen Schüler im Alter von sieben bis zwölf Jahren. In Baiji versammelten sich mehrere hundert Demonstranten mit Plakaten, auf denen Saddam Hussein als "Märtyrer der Nation" bezeichnet wurde. US-Truppen sperrten das Viertel jedoch ab, so dass die Demonstranten nicht durch die Straßen ziehen konnten.

(apa/red)

28.4.2007 20:40