Samstag, 28. April 2007

Heftige Bombenexplosion: Pakistanischer Minister bei Selbstmordanschlag verletzt

  • Bombe bei Auftritt an afghanischer Grenze gezündet
  • Mindestens 22 Tote. Viele weitere Menschen verletzt

In Pakistan sind bei einem Selbstmordanschlag auf Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao 22 Menschen getötet worden. Mindestens 25 weitere wurden verletzt. Der Minister überlebte nach Angaben der Regierung das Attentat in der Stadt Kharsada in der unruhigen Nordwest-Grenzprovinz leicht verletzt. Mehrere seiner Leibwächter seien aber ums Leben gekommen. Der Attentäter habe den Sprengsatz gezündet, als sich zahlreiche Menschen nach einem öffentlichen Auftritt um Sherpao versammelten, sagte ein Vertreter der Regionalbehörden. In der Provinz an der Grenze zu Afghanistan kommt es häufig zu Gewalttaten von Islamisten.

Augenzeugen zufolge begrüßte der Minister Parteifreunde als der Attentäter zuschlug. "Der Minister wurde gerade mit Kränzen geehrt, als sich eine große Explosion ereignete", sagte ein Zeuge der Tat. Der Innenminister der Provinz berichtete von Blut auf dem Gesicht Sherpaos. Nach Angaben der Zentralregierung wurde der Minister aber nicht lebensgefährlich verwundet. "Er ist leicht verletzt und stabil und hat nach der Tat telefoniert", sagte eine Sprecherin.

Unter den Verletzten waren auch Mitglieder der Provinzregierung und des Parlaments. Informationen über das Motiv des Täters lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben der Polizei wurde der Kopf des Mannes später gefunden. Nach seinem Aussehen könnte es sich um einen Afghanen handeln, sagte Polizeichef Virk. In der an Afghanistan grenzenden Region kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Anschlägen militanter Gruppen.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag als Versuch von Terroristen, die Sicherheitslage im Land zu untergraben. "Aber wir sind entschlossen, die schändlichen Taten dieser monströsen Elemente zu vereiteln", sagte Musharraf.

Kharsada liegt 20 Kilometer nordöstlich von Peshawar, der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz. In der Gegend gibt es halbautonome Stämme, die radikal-islamischen Taliban und den Al-Kaida-Extremisten in Afghanistan nahe stehen. Die pakistanische Regierung hat mit ihrer Unterstützung der US-Truppen in dem Nachbarland viele Islamisten gegen sich aufgebracht. Auch die Gewalt zwischen pakistanischen und indischen Extremisten in der benachbarten Himalaya-Region Kaschmir schwappt häufiger in die Provinz hinüber.

(apa)

28.4.2007 20:30