Mittwoch, 25. April 2007

McCain will US-Präsident werden: Senator möchte für Republikaner ins Rennen gehen

  • Klares Bekenntnis zu Irak-Einsatz - Kritik an Bush
  • Konkurrent Giuliani in Gunst der Wählerschaft vorne

Mit einem Bekenntnis zum Militäreinsatz im Irak hat US-Senator John McCain offiziell seine Kampagne um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner gestartet. Angesichts des wachsenden Unmuts seiner Landsleute über den unpopulären Krieg warnte McCain in einer Rede im US-Staat New Hampshire vor den Folgen der Kriegsmüdigkeit.

"Keine Nation, die es sich in ihrer Macht bequem macht, kann mächtig bleiben", sagte der Republikaner. Zugleich kritisierte er Fehler der Regierung von Präsident George W. Bush bei der Vorbereitung und Ausführung des Irak-Kriegs.

"Aus den vielen Fehlern, die wir in diesem Krieg gemacht haben, können wir einige Lektionen lernen", sagte McCain. "Amerika sollte niemals in den Krieg ziehen, wenn nicht alles Nötige für den Erfolg vorbereitet wurde", sagte er. Ohne einen "realistischen und umfassenden Plan für den Erfolg" würde er als Präsident keinen Krieg beginnen. Daneben spielte der Senator auf das weithin kritisierte Krisenmanagement der Regierung nach dem Hurrikan "Katrina" im Sommer 2005 an. "Die Amerikaner nehmen es nicht hin, wenn die Regierung bei der Versorgung durstiger Säuglinge mit Wasser versagt", sagte er.

Die deutliche Distanzierung von der Politik seines unpopulären Parteifreunds Bush verband McCain mit einem Appel zum Durchhalten im Irak und in Afghanistan. Die dortigen Einsätze seien Teil eines "globalen Kampfs" gegen den Terror, für den sich die USA mit einer Modernisierung von Armee und Geheimdiensten wappnen müssten. "Wir können nicht der nächsten Generation die Aufgabe hinterlassen, die eigentlich unsere ist", sagte er. Umfragen zufolge unterstützen zwei Drittel der US-Bürger einen baldigen Abzug aus dem Irak.

McCains Unterstützung für die von Bush verfügte Aufstockung der US-Truppen im Irak hat ihn in den USA viel Sympathie gekostet. In der jüngsten Umfrage des Senders CNN rangiert er mit 19 Prozent klar hinter dem früheren New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, den 32 Prozent der Befragten als republikanischen Kandidaten für die Präsidentschaft sehen möchten. Auch beim Eintreiben von Wahlkampfspenden liegt McCain klar zurück. Noch vor einem halben Jahr hatte er als Favorit gegolten.

McCain hatte in den vergangenen Monaten mehrfach angekündigt, dass er sich um die Nomminierung bemühen möchte. Die "offizielle" Ankündigung zielte nicht zuletzt darauf ab, größere Aufmerksamkeit der Medien für seine Kampagne zu gewinnen. Zuletzt hatte er mit Patzern von sich reden gemacht.

In der vergangenen Woche stimmte er bei einem Auftritt ein Lied an, dessen Text er in "Bombardiert Iran" umgedichtet hatte. Diese als Scherz gedachte Einlage hatte ihm viel Kritik eingebracht. Anfangs des Monats war ihm eine bei einem Besuch in Bagdad gefallene Äußerung, wonach sich die Lage im Irak deutlich gebessert habe, weithin als naive Schönfärberei ausgelegt worden.

(apa/red)

25.4.2007 20:16