Dienstag, 24. April 2007

Hamas beschossen Israel mit Raketen vom Gaza-Streifen aus: Waffenruhe aufgekündigt

  • Bis zu 30 Raketen und 50 Granaten dabei abgefeuert
  • Sprecher: "Israel hielt sich nicht an die Abmachung"

Die radikale palästinensische Hamas-Bewegung hat den Waffenstillstand mit Israel aufgekündigt. "Es gibt keinen Waffenstillstand zwischen uns und der Besatzung", erklärte Abu Obaida, der Sprecher der Ezzedin-al-Kassam-Brigaden. Er gab Israel die Schuld für die Entscheidung und verwies dabei auf die israelischen Einsätze gegen palästinensische Extremisten am Wochenende, bei denen neun Palästinenser getötet worden waren. Kämpfer der Hamas feuerten nach eigenen Angaben 40 Raketen und 70 Mörsergranaten auf Israel ab. Verletzt wurde niemand, auch Sachschaden entstand nicht.

Die Angriffe würden fortgesetzt, und die Hamas werde weiter israelische Soldaten entführen und töten, sagte Obaida mit Blick auf den im Juni vergangenen Jahres verschleppten Soldaten Gilad Shalit. Seine Entführer fordern die Freilassung hunderter palästinensischer Häftlinge. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, die Regierung werde jedoch nicht "Fehler aus der Vergangenheit" wiederholen und militante Gefangene freilassen, die dann erneut Anschläge gegen Israel verübten.

Der Beschuss sei eine Reaktion auf das Vorgehen der israelischen Streitkräfte vom Wochenende, bei dem neun Palästinenser getötet wurden, erklärte die Hamas. Die israelischen Streitkräfte bestätigten lediglich das Abfeuern von fünf Raketen und acht Granaten. Eine der Raketen sei nördlich des Gazastreifens auf israelischem Gebiet niedergegangen.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas wurde unterdessen in Italien erwartet, wo er mit Ministerpräsident Romano Prodi und Papst Benedikt XVI. zusammentreffen sollte. Abbas bemüht sich derzeit bei verschiedenen europäischen Regierungen um ein Ende der Wirtschaftssanktionen gegen die Autonomiebehörde.

(apa/red)

24.4.2007 12:45