Dienstag, 24. April 2007

Heiß umkämpft bei der ÖH-Wahl 2007:
Boku, Vetmed, Linz, Klagenfurt & Innsbruck

  • Mehr als 1/4 der Mandate kommen von der Uni Wien
  • Unspektakulär Kunstunis: Nur eine Fraktion zur Wahl

Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) gibt es auf Grund des Wahlsystems ähnlich wie bei Urnengängen in den USA einige besonders heiß umkämpfte Pflaster. "Battlegrounds" dürften vor allem die Universität für Bodenkultur, die Veterinärmedizinische Universität (VUW), die Wirtschaftsuniversität (WU) und die Medizinische Universität Wien sowie die Uni Linz und die Technische Universität (WU) Wien werden. Automatisch umkämpft ist natürlich auch die Uni Wien, an der mehr als ein Viertel der Mandate vergeben werden.

Die Bundesvertretung (BV) wird nicht einfach nach den Grundsätzen der Verhältniswahl bestimmt. Vielmehr schicken die einzelnen Unis je nach Größe eine bestimmte Anzahl an Vertretern in die BV. Bei der Entsendung von nur einem Mandatar der Uni steht die Nominierung der stimmenstärksten Fraktion zu, alle anderen Stimmen verfallen zunächst. Sind hingegen mehrere Mandate zu vergeben, wird innerhalb dieser für die Entsendungsberechtigung nach dem D'Hondtschen System (Höchstzahlverfahren) vorgegangen. Auch dabei verfallen aber regelmäßig zahlreiche Stimmen bzw. werden nur für die Mandatsvergabe über die Listenverbände berücksichtigt.

Spannung steigt
Bei den letzten ÖH-Wahlen unterlag die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) etwa an der Boku im Kampf um das einzige Mandat den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und an der Veterinärmedizinischen Universität (VUW) den Fachschaftslisten um nur wenige Stimmen. An der Medizinischen Universität Wien (MUW), die insgesamt zwei Mandate vergibt, verfehlte die AG das zweite Mandat um acht Stimmen, an der WU (vier Mandate) ein drittes um 13 Stimmen. Nutznießer waren der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) bzw. GRAS.

Eng ging es zuletzt auch an der Uni Klagenfurt, wo drei Fraktionen (Fachschaftslisten, GRAS und VSStÖ) fast Kopf an Kopf um zwei Mandate kämpften, sowie an der Uni Linz zu, wo die GRAS der AG ein Mandat abnehmen könnte. An der TU Graz könnte eines der beiden Fachschaftslisten-Mandate zur GRAS wandern, außerdem hoffen die Grünen Studenten an der Uni Innsbruck auf ein zweites Mandat.

Auf der Ebene der Universitätsvertretungen (UV) wird es vor allem an WU und TU Wien spannend: Dort konnten die absoluten AG- bzw. Fachschaftslistenmehrheiten fallen.

Klare Sache
Weniger spannend geht es umgekehrt an den Kunstunis zu, wo meist nur eine einzige Fraktion zur Wahl steht. Die Medizin-Uni in Innsbruck (ein Mandat) dürfte eine klare AG-Beute, an der Medizin-Uni Graz (ein Mandat) dominierte zuletzt klar die GRAS. An der Uni Salzburg dürften sich GRAS, VSStÖ und AG die drei Mandate brüderlich teilen. (apa)

24.4.2007 13:29