Samstag, 28. April 2007

Oldtimer raste in eine Menschenmenge: 14 Verletzte bei Ralley in der Südsteiermark!

  • Auto nach Zusammenstoß in Zuschauergruppe gerast
  • 40 Notrufe eingegangen: Zwei Opfer schwer verletzt

14 Verletzte - darunter zwei Schwerverletzte - hat ein Unfall bei einer Oldtimer Rallye in der Südsteiermark gefordert. Zwei Fahrzeuge stießen seitlich zusammen. Dabei dürfte einer der Lenker die Kontrolle über seinen Wagen verloren haben - er fuhr gegen eine Absperrung, hinter der Zuschauer standen, so Franz Ritter, Leiter der Polizeiinspektion Gamlitz. Alkohol-Tests bei den Fahrern verliefen negativ.

Der Unfall ereignete sich im Zuge der Veranstaltung "Südsteiermark Classic" während der Präsentation von Oldtimern, die aus den Jahren vor 1950 stammen. Ob es während eines Überholmanövers zum Zusammenstoß kam, sei noch nicht klar, so Ritter. Jedenfalls hätten sich zwei Autos seitlich touchiert. In Folge durchfuhr ein älterer Oldtimer-Fahrer aus Wiener Neustadt ein Absperrungsgitter und prallte in die Zuschauermenge. Laut Veranstalter seien die Fahrzeuglenker bei dieser Präsentation mit 30 bis 50 km/h unterwegs gewesen.

Kinder waren keine unter den Verletzten. Die Einsatzkräfte seien rasch zur Stelle gewesen: "Auch unter den Zuschauern und Veranstaltungsteilnehmern waren Ärzte, die gleich halfen", so Ritter.

"Ab 16.10 Uhr sind bei der Bezirksleitstelle Leibnitz des Roten Kreuzes 40 Notrufe eingegangen", berichtete Elke Klapf, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Bezirksleitstelle, der APA. Eine schwer verletzte Person sei mit dem ÖAMTC-Rettungshubschrauber Christophorus 12 in die erste Chirurgie nach Graz geflogen worden, eine zweite Schwerverletzte mit dem Christophorus 16 ins UKH Graz. Die restlichen Opfer seien in das Krankenhaus Wagna gebracht worden. Ein Notarztwagen und sieben Rettungsfahrzeuge standen im Einsatz: "Unsere Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun."

Die Unfallfahrzeuge würden nun von Sachverständigen begutachtet werden, sagte Ritter. Einer der Veranstalter bedauerte gegenüber der APA den Unfall - so etwas könnte aber leider passieren und er wisse, dass alle Verletzten gut versorgt seien.

Spitalsleiter organisierte Hilfe
Der ärztliche Leiter des Landeskrankenhauses Wagna, Primarius Herwig Koter, besuchte die Südsteiermark Classic, als der Unfall passierte. Insgesamt seien fünf bis sechs Ärzte ad hoc zur Stelle gewesen, weil sie als Teilnehmer oder Zuschauer der Oldtimer-Fahrt in Gamlitz gewesen waren, berichtete Koter im Gespräch mit der APA. "So ist man quasi gut auf Schiene gewesen", so der Spitalsleiter.

"Zum Unfallhergang kann ich nichts sagen, den habe ich nicht gesehen. Aber da mich die Leute kennen, bin ich dann ausgerufen und zur Hilfe geholt worden", meinte Koter. "Ich habe dann die Triage veranlasst. Das heißt, die Einteilung und die Kategorisierung sowie den Abtransport der Patienten nach Verletzungsgrad."

Der Unfall hatte sich im VIP-Bereich ereignet: "Da war natürlich Entsetzen unter den Zuschauern und Teilnehmern", berichtete der Arzt. Mit den ärztlichen Kollegen sei aber alles relativ ruhig abgelaufen. "Innerhalb einer Stunde waren alle Verletzten versorgt." Die Rettungskräfte seien zusätzlich organisiert worden. Im Landeskrankenhaus Wagna sei kurzzeitig Katastrophenalarm ausgelöst und drei bis fünf zusätzliche Dienstkräfte einberufen worden, um den Ansturm an Patienten mitzutragen, so Koter.

"Die Verletzen, die in unser Spital eingeliefert worden sind, sind nicht in Lebensgefahr", meinte der Leiter. Zwei schwer verletzte Männer seien nach Graz geflogen worden: "Zu ihnen kann ich natürlich keine Auskunft geben", so Koter. Allerdings dürften die Patienten wohl längerstündig in den Spitälern operiert werden.

(apa/red)

28.4.2007 22:25