Wien steht ganz im Zeichen der Kunst:
Kunst-Supermarkt, ARTmART und Viennafair
- Schnäppchenjäger-Tipp: Kunst zum Einheitspreis
- Gusenbauer und Fischer besuchen die Viennafair

·NEWS-Tipps: Was es bei der ViennAfair gibt
Kunst in Kategorien von 1.000 bis 30.000 Euro!
·"Viennafair" geht heuer in die 3. Runde
Kunstmesse: Rund 1.000 Künstler & 107 Galerien
Bei der viennafair, der Schau "ARTmART" im Künstlerhaus und dem eben eröffneten Kunstsupermarkt ist an diesem Wochenende Kunst um jeden Preis zu haben. Ganz Wien scheint derzeit aus Kunstkäufern oder zumindest Kunstinteressierten zu bestehen.
Was der Kunstmarkt in Wien an diesem Wochenende anzubieten hat, ist einzigartig: Im Messegelände des Wiener Praters läuft bis Sonntag die dritte Kunstmesse viennafair, im Künstlerhaus sind bis 1. Mai im Rahmen der Ausstellung "ARTmART" 2.000 Werke zum Einheitspreis von 70 Euro zu erstehen, und seit gestern, Donnerstag, ist auch Österreichs erster Kunstsupermarkt "M-ARS" in Wien-Neubau geöffnet. Drei sehr unterschiedliche Events mit Angeboten für jede Brieftasche. Und überall herrscht reger Andrang, wie ein APA-Lokalaugenschein ergab.
Viennafair
In der weiten Halle A des MessezentrumWienNeu mischten sich auch der Bundeskanzler und der Bundespräsident unter die Messebesucher. Hier ist mit 107 Galerien und über 1.000 ausstellenden Künstlern ein kaum überschaubares Top-Angebot, hier tummelt sich die heimische und teilweise auch die internationale Sammlerszene, hier tätigen Museumsdirektoren ihre Ankäufe und verschaffen sich Kunstfreunde einen Überblick über den Markt. Bei der Messeleitung zeigt man sich mit dem bisherigen Verlauf äußerst zufrieden. Nicht zuletzt dank der Synergieeffekte, die einen Messe- mit einem Praterbesuch verbinden lassen - im Prater blühen bei Kaiserwetter derzeit die Kastanienbäume -, sollte sich die angepeilte Marke von 15.000 Besuchern leicht erreichen lassen.
ARTmART
Ein völlig anderes Publikum drängt sich dagegen im Obergeschoß des Künstlerhauses. Bis 1. Mai läuft hier "ARTmART", eine "Ausstellung mit experimentellem Marktcharakter". 100 österreichische und 100 internationale Künstler haben 70 Zentimeter "Wandbreite" zur Verfügung gestellt bekommen, das Angebot reicht von in PVC gepressten Folien von Schokohasen über in Billig-Glasrahmen gepresste schmutzige Unterhosen bis zu Fotos, Zeichnungen und Kleinskulpturen.
Martin Kitzler versucht sich auf Kartonschachteln an der "conjugation of ARTmART" ("I am cheap, you are cheap..."). Überhaupt scheinen kleine Boxen mit leicht herstellbarem, künstlerisch variierten Inhalt die idealen Kunstwerke für so eine Billig-Kunst-Schau zu sein. Die Variationsbreite dabei ist enorm, und nicht nur die entzückend anzusehenden kleinen Modellmännchen in aus Karton gefalteten Treppen-Landschaften, die der Grieche Aris Stoidis anbietet, gehen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Ein großer Teil der angebotenen Objekte ist mittels roter Punkte bereits reserviert. Interessenten hinterlassen im Ausstellungsbüro ihre Daten und können sich am 1. Mai ihre Ankäufe abholen. "Das Konzept ist voll aufgegangen", zeigt sich Künstlerhaus-Geschäftsführer Peter Bogner begeistert.
M-ARS
Bogner ist auch für das Angebot des Kunstsupermarkts "M-ARS", der gestern, Donnerstag, an der Ecke Westbahnstraße/Bandgasse in Wien-Neubau aufgesperrt hat, mitverantwortlich. Er ist einer von 50 Kuratoren, die das Angebot auswählen. Während Bogner von der "Auratisierung" der Kunstwerke im Rahmen des Ausstellungskonzeptes im Künstlerhaus spricht, herrscht im Supermarkt nur die Nüchternheit nackter Regale. Eine Unterhose gilt in diesem Ambiente leicht noch immer als simple Unterhose. Dennoch sind die Organisatoren vom Erfolg des ersten Öffnungstages begeistert. "Die Umsatzerwartungen wurden übertroffen", versichern die freundlichen Mitarbeiter, deren T-Shirts das Geschäfts-Motto verkünden: "Kunst ist käuflich".
Entgegen dem internationalen Trend wurde bisher weniger Fotografie, sondern vor allem Malerei verkauft. Kunststudent Marko Zink, der hier nicht nur jobbt, sondern auch selbst Fotos anbietet, nimmt das nicht tragisch. Immerhin ist er bereits mit einem Sammler ins Gespräch gekommen und wird einfach sein Angebot demnächst austauschen. Überraschender Renner waren bisher die reichlich expliziten Sex-Manga-Bilder von Michael Marcovici, auf die am Eröffnungstag ein regelrechter Run ausbrach.
65 Prozent der Erlöse gehen an den Künstler. Die Preise reichen von 9,90 Euro bis 899,90 Euro - und was liegen bleibt, kann man später immer noch versuchen, als Sonderangebot loszuschlagen. Bereits jetzt scheint der Erfolg gesichert. "Wien hat so etwas bitter nötig gehabt", ist Zink überzeugt. Über eine weitere Supermarkt-Filiale wird bereits verhandelt. (apa)
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