Noch mehr Ideen für Gesamtschulversuche:
Bundesländer überbieten sich mit Projekten
- OÖ: "Wir bekennen uns klar zur Gesamtschul-Idee!"
- Grüne und SPÖ orten hingegen Zwist in der ÖVP
·Schmied begrüßt Gesamtschul-Versuch
Auch Verlängerung der Volksschule auf 6 Jahre
·Gesamtschule: Die geplanten Projekte!
Bundesländer im Check: Ab '09/'10 in ganz Wien
·Gesamtschule ab 2008 in Kärnten fix
ÖVP segnet Experiment
von BZÖ und SPÖ ab
·Gesamtschule startet
im Herbst in Kärnten
Schulversuche in Ober-
österreich "auf Wunsch"
·Schulautonome Tage:
Kompromiss erzielt
2 bundesweite "Zwickel-
tage" für Unterstufen
·PISA-Chef Haider von
Schmied zurückgeholt
"Führende Rolle" bei Um-
setzung von Vorschlägen
·Kleinere Klassen auch in der Oberstufe
Schmied will Aufteilung
im Deutschunterricht
·Schule: Mädchen fehlen öfter als Buben
Studie: 25 % der Fehl- stunden unentschuldigt
Das Wettrennen um Schulversuche zur Gesamtschule und andere Organisationsänderungen geht weiter. In Oberösterreich wird ein Schulversuch zur "5. Klasse Volksschule" vorbereitet, in Niederösterreich will die SPÖ neben der von Landeshauptmann Erwin Pröll ins Spiel gebrachten sechsjährigen Volksschule auch eine gemeinsame Schule von Sechs- bis 14-Jährigen bzw. Zehn- bis 14-Jährigen erproben. Die Bundes-ÖVP bekennt sich indes "in aller Klarheit zum differenzierten Schulsystem in Österreich".
Beim neuen oberösterreichischen Vorschlag sollen in eine fünfte Klasse Volksschule entsprechende Teile des für die ersten Klassen geltenden Lehrplanes der AHS bzw. Hauptschule eingearbeitet werden. Unterrichten sollen Pflichtschullehrer der Volksschule und der Hauptschule, so Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Begabten Kindern sollte das Überspringen von Klassen erleichtert werden.
Sprachregelungen
In der ÖVP hat sich unterdessen die Sprachregelung durchgesetzt, dass man die Schulversuche zur Gesamtschule zwar nicht ablehne, gleichzeitig aber zum differenzierten Schulsystem stehe. Der Wiener VP-Chef und Wissenschaftsminister Johannes Hahn meinte, dass die Erhaltung der Wahlfreiheit und der Vielfalt kein Widerspruch zu einer nötigen inneren Differenzierung des Unterrichts sei. Auf jeden Fall beibehalten werden solle die AHS-Langform.
Kritik der ÖVP
Weiterer Kritikpunkt der ÖVP: Die derzeitigen rechtlichen Regelungen lassen weitgehende Schulversuche wie jenen der flächendeckenden Gesamtschule in Wien nicht zu. So gibt es etwa die Einschränkung, dass nur an fünf Prozent der Klassen im gesamten Bundesgebiet Schulversuche durchgeführt werden dürfen. Wenn es sich dabei um Pflichtschulklassen handelt, gilt die Fünf-Prozent-Grenze auch für das jeweilige Bundesland. Das könnte für den Wiener Plan einer flächendeckenden Gesamtschul-Modellregion zum Problem werden: Da die Hauptschulen als Pflichtschulen davon betroffen sind, wäre ein solcher Schulversuch vom derzeitigen Gesetz wohl nicht gedeckt.
Grüne und SPÖ orten VP-Zwist
Grüne und SPÖ orten dagegen Zwietracht in der ÖVP: Vor allem Bundesländervertreter würden dem Führungsduo Molterer-Schüssel "zunehmend die Gefolgschaft verweigern", meinte der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen. Auch SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser ortet nicht nur ein "Bröckeln der Front" der Gesamtschul-Gegner: "Es gibt eigentlich schon eine Mehrheit für grundlegende Reformen, sowohl bei den Ländern als auch bei den Bünden", so Niederwieser in einer Aussendung. Auch bei den Pädagogen wäre mit den Pflichtschullehrern eine deutliche Mehrheit für eine gemeinsame Schule. (apa/red)
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