Mittwoch, 25. April 2007

US-Morde als "Vorbild genommen? Schüler drohte mit Amoklauf in Kärntner Gymnasium

  • Klagenfurt: Mitschülerin führte Polizei auf die Spur

Für viel Aufregung hat ein Drohschreiben eines 13-jährigen Gymnasiasten in Klagenfurt gesorgt. Der Schüler des Stiftsgymnasiums Viktring ließ einer Tageszeitung einen mit ausgeschnittenen Zeitungslettern fabrizierten Brief zukommen, in dem er ankündigte, in einem Gymnasium in der Landeshauptstadt Amok laufen zu wollen. Ein Tipp einer Mitschülerin führte die Polizei zum Verfasser des Schreibens.

"Wir haben die Sache nicht auf die leichte Schulter genommen", sagte Oberst Hermann Klammer, Leiter des Kärntner Landeskriminalamtes, bei einer Pressekonferenz. Insgesamt habe man rund 80 Beamte in Uniform und Zivil an den diversen Schulen postiert. "Unsere Strategie war es Stärke zu zeigen", meinte Klammer. Offenbar mit Erfolg, denn eine von dem Drohbriefverfasser eingeweihte Mitschülerin vertraute sich vermutlich wegen der großen Polizeipräsenz einer Professorin an.

"Er wollte offenbar wissen, was passiert und wie die Polizei reagiert", erläuterte Ermittler Manfred Dörfler die Motive des Schülers. Einen Hinweis auf Amokläufe an Schulen in den USA habe der Bursche in der ersten Einvernahme zwar nicht gegeben. "Es ist aber anzunehmen, dass er durch solche Vorfälle animiert wurde", meinte Dörfler.

Strafrechtlich drohen dem Briefschreiber keine Konsequenzen. "Die Tat würde dem Verbrechen des Landzwanges entsprechen und ist mit Haftstrafen bis zu drei Jahren bedroht. Der Verdächtige ist aber noch strafunmündig", erläuterte Klammer. Es stehe jedoch im Raum, die Kosten für den massiven Polizeieinsatz auf zivilrechtlichem Wege einzufordern. (APA/red)

25.4.2007 13:51