Mittwoch, 25. April 2007

Brust-Operation mit Bankraub finanziert: Tiroler wurde zu 6 Jahren Haft verurteilt

  • Busenvergrößerung eines Transvestiten finanziert
  • Eher mildes Urteil ist bisher noch nicht rechtskräftig

Wegen schweren Raubes ist ein 29-jähriger Tiroler von einem Innsbrucker Geschworenengericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Beschuldigte hatte am 22. Jänner dieses Jahres einen bewaffneten Überfall auf eine Bank in Grinzens (Bezirk Innsbruck Land) verübt und dabei laut Anklageschrift etwa 10.300 Euro erbeutet. Das Geld habe er großteils für die Brustvergrößerung eines Transvestiten verwendet, in den er verliebt gewesen war, erklärte der Staatsanwalt. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Die Geschworenen sprachen den Angeklagten einstimmig schuldig. Bei einem Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren war die Strafe für den Überfall im unteren Bereich angesiedelt. Als mildernd wertete Richterin Helga Moser das volle und reumütige Geständnis des Angeklagten sowie die teilweise Schadenswiedergutmachung. Erschwerend wirkte jedoch, dass der 29-Jährige bereits vorbestraft war. Er erbat sich Bedenkzeit.

Das meiste Geld für Brust-OP ausgegeben
Der Angeklagte, der den Raubüberfall mit dem Pkw seiner Mutter verübt hatte, war nach der Tat in Richtung Innsbruck geflohen. Dort habe er sich in einem Modegeschäft neu eingekleidet und anschließend das Gewand, dass er beim Überfall getragen hatte, "entsorgt". Danach habe er sich zu einem plastischen Chirurgen begeben und dort mehr als der Hälfte der Beute für die Brustvergrößerung des befreundeten Transvestiten hinterlegt. Anschließend holte er seine "Freundin" zu einem Einkaufsbummel ab. Gekauft worden seien laut Staatsanwaltschaft Designerkleidung und Schmuck. Bereits wenige Stunden nach der Tat wurde der 29-Jährige in einem Innsbrucker Lokal festgenommen.

Verteidiger Robert Peisser hatte angeführt, dass der Angeklagte das Geld im Wesentlichen in seine Liebschaft gesteckt habe und er den Überfall für sich selbst nie verübt hätte. Er sei von seiner "Freundin" getrieben worden und hätte alles getan, um diese Liebschaft aufrecht zu erhalten.

Was den Schock für den Bankbeamten angehe, so könne dieser nicht so groß gewesen sein, da er die Situation für sich ausgenutzt habe. Gegen den Bankangestellten würden Erhebungen wegen dem Verdacht auf Untreue laufen, erklärte der Verteidiger der APA.

25.4.2007 12:35