Darauf sind Österreicher stolz: Neutralität, Lebensart und gute Küche immer wichtiger
- Naturschönheiten des Landes nach wie vor Nummer 1
- Absteiger: Skistars und Hofreitschule. Plus: Umfrage

Die Neutralität, die eigene Lebensart, die heimische Küche und berühmte Musiker haben in den vergangenen drei Jahrzehnten für die Österreicher am meisten an Bedeutung gewonnen. Das geht aus einer Studie des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor. Größter Stolz der Österreicher sind nach wie vor die Naturschönheiten ihres Landes.
IMAS befragte Personen worauf sie besonders stolz sind. Die Ergebnisse wurden mit Daten aus dem Jahr 1975 verglichen. Das Fazit der Meinungsforscher: Merkmale, die das Land nach außen abgrenzen, seien als Gegenbewegung zu den "nivellierenden Tendenzen in Europa" aufgewertet worden.
Ihre Position als Spitzenreiter in der allgemeinen Wertschätzung konnten die landschaftlichen Schönheiten erfolgreich verteidigen, auf sie sind nach wie vor 53 Prozent (1975: 55 Prozent) besonders stolz. Auch den berühmten Musikern gelang es, ihren zweiten Platz von 1975 zu halten und sogar an Beliebtheit zulegen (von 31 auf 39 Prozent).
Neutralität überholt Skirennläufer
Dieses Kunststück ist den in den 70er Jahren ex aequo auf Platz zwei gelegenen Skirennläufern nicht geglückt. Erreichten Franz Klammer, Annemarie Moser-Pröll und ihre Kollegen damals noch 31 Prozent, holten Benni Raich, Renate Götschl & Co. nur mehr 24.
Überholt wurden die Meister der schnellen Brettln damit von der Neutralität: Sie verbesserte sich von 25 auf satte 35 Prozent.
Am deutlichsten an Wichtigkeit gewonnen hat die österreichische Lebensart, die sich von mageren neun auf 20 Prozent verbessern konnte.
Gutes Essen wird immer wichtiger
Stark an Gewicht zugelegt hat auch das gute Essen (von 13 auf 23 Prozent). Größter Verlierer unter den angebotenen Begriffen ist die Spanische Hofreitschule. Bekundeten 1975 noch 22 Prozent ihren Stolz auf diese Touristenattraktion, waren es heuer nur noch zehn Prozent.
Während klassische kulturelle Wahrzeichen wie die Staatsoper, die Salzburger Festspiele oder die Wiener Sängerknaben eher bei der älteren Generation punkten konnten, sind überdurchschnittlich viele junge Leute auf die österreichische Lebensart oder auf die Skirennläufer stolz.
Die Neutralität wurde am häufigsten von Leuten mittleren Alters genannt und wird im Osten mehr geschätzt als im Westen.
(apa/red)
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