Schmied begrüßt Gesamtschul-Versuch: Auch Volksschul-Verlängerung auf 6 Jahre
- Unterrichtsministerin freut sich über jeden Vorschlag
- Projekt-Versuch für Grüne "reiner Etikettenschwindel"
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Unterrichtsministerin Schmied hat die angekündigten Schulversuche für eine Gesamtschule verteidigt. Gleichzeitig begrüßte sie in der "ZiB2" den Vorschlag des niederösterreichischen Landeshauptmannes Pröll für eine Verlängerung der Volksschule von vier auf sechs Jahre. Sie freue sich über jeden Vorschlag für ein richtungsweisendes Denken, mit dem man "in die Tiefe einsteigen" könne.
Die Unterrichtsministerin geht davon aus, dass es ab dem Schuljahr 2008/2009 nicht nur in Kärnten, sondern in insgesamt fünf Bundesländern Schulversuche für die Gesamtschule geben werde. "Vielleicht werden es auch noch mehr." Auf die Kritik, dass sie ausgerechnet mit Kärntens Landeshauptmann Haider eine Vereinbarung getroffen habe, ging Schmied nicht direkt ein. Dass es sich bei dem Schulversuch nur um Aktionismus handle, wies die Unterrichtsministerin zurück.
Die ÖVP ist mit dem Projekt in Kärnten hingegen nicht glücklich: Bildungssprecher Neugebauer verlangte von der SPÖ eine Definition ihres Gesamtschul-Modells. Die Volkspartei wolle jedenfalls am differenzierten Schulsystem festhalten. Vizekanzler Molterer fand vor allem die "rot-orange Achse interessant". Ansonsten meinte er: "Mein Gott, testen wir es."
Entschieden gegen eine Gesamtschule sprach sich FPÖ-Chef Strache aus. Mit dem Pilotprojekt in Kärnten zeige Haider, "dass er mit freiheitlichen Grundsätzen wirklich nicht mehr das Geringste am Hut hat". Grünen-Bildungssprecher Brosz begrüßte das Vorhaben als "wichtigen Schritt, um die soziale Ungleichheit im österreichischen Schulsystem endlich wirksam zu bekämpfen".
Grüne: "Reiner Etikettenschwindel"
Bei dem Gesamtschul-Modellprojekt handelt es sich nach Ansicht der Grünen um "reinen Etikettenschwindel". "Ein zusätzlicher Schultyp ist keine Lösung zur Abmilderung der sozialen Ungleichheit im österreichischen Schulsystem, sondern droht sie noch zu verstärken", so Bildungssprecher Brosz.
"Wenn an zwei Schulen in Klagenfurt und Villach zwei Türschilder an Schulen ausgetauscht werden und darauf gemeinsame Schule geschrieben wird, ist das mit Sicherheit keine Modellregion", meinte Brosz. Eine gemeinsame Schule könne nur dann funktionieren, wenn fast alle Schüler einer Region diesen Schultyp besuchen. Nur so komme es zu einem sozialen Ausgleich.
"Das absehbare Scheitern dieser verkorksten Konstruktion droht die Idee einer gemeinsamen Schule zu desavouieren. Es geht nicht um rasch umgesetzte Husch-Pfusch-Projekte," meinte Brosz, der hofft, dass sich ein Bundesland dazu entschließt, zu einer Modellregion für eine gemeinsame Schule zu werden. Am geeignetsten erscheint ihm dafür die Steiermark, weil dort auch die ÖVP für eine echte gemeinsame Schule zu gewinnen sein dürfte.
(apa/red)
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