Dienstag, 17. April 2007

Besorgnis erregende Unfallbilanz: Immer mehr Unglücke mit jungen Mopedlenkern!

  • 2006 sind bereits 1.311 Jugendliche verunglückt
  • Insgesamt weniger Todesopfer im Straßenverkehr

2006 kamen im Straßenverkehr insgesamt zwar weniger Menschen ums Leben, bedenklich ist aber der Negativtrend bei jungen Mopedlenkern ab 15. Laut Unfallbilanz der Statistik Austria wurden im Vorjahr 1.311 junge Zweiradlenker verletzt, im Jahr 2000 waren es "nur" 122 gewesen.

Bei 39.884 Unfällen im Straßenverkehr sind 2006 in Österreich 52.660 Menschen verletzt und 730 getötet worden. Die Zahl der Todesopfer war um 4,9 Prozent niedriger als 2005, jene der Verletzten bzw. der Unfälle mit Personenschaden ging um 2,4 bzw. 2,5 Prozent zurück. Diese Zahlen gab die Statistik Austria bekannt.

Die Zahl der Toten ist die niedrigste seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik im Jahr 1961 und liegt, wie der Generaldirektor der Statistik Austria, Peter Hackl, bei einer Pressekonferenz in Wien erläuterte, um ein Drittel unter dem Vergleichswert von 1997. Die Zahl der Unfälle und Verletzten befindet sich auf dem selben Niveau wie 1997.

Allerdings: Trotz dieser günstigen Entwicklung wurde die Zielvorgabe des Verkehrssicherheitsprogramms 2002 verfehlt, das ausgehend von Durchschnittswerten der Jahre 1998 bis 2002 eine Reduktion der Zahl der Getöteten um die Hälfte und jener der Unfälle um ein Fünftel bis zum Jahr 2010 vorsieht. Demnach gab es 2006 um 60 Tote und 4.000 Unfälle zu viel. "Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, und es ist nicht wahrscheinlich, dass dieses Ziel erreicht werden kann", meinte Hackl zu der angestrebten Reduktion der Unfälle.

Weniger Unfälle mit Fußgängern
Insgesamt sind Unfälle mit Fußgängern im Jahr 2006 um 2,3 Prozent gesunken (2005: 4.277, 2006: 4.179). Auch die Unfälle mit Fußgängern am Zebrastreifen haben sich gegenüber 2005 von 1.136 auf 1.072 verringert. Einen Anstieg von 501 auf 704 Unfälle gab es hingegen bei ungeregelten Zebrastreifen.

Platter kündigt mehr Kontrollen an
Angesichts der trotz rückläufiger Unfall- und Opferzahlen im Straßenverkehr kündigte Innenminister Günther Platter eine weitere Verstärkung von Kontrollen an. Verstärkt werden soll die Präsenz der Exekutive an unfallträchtigen Strecken oder Stellen. Darüber hinaus möchte Platter zusammen mit Verkehrsminister Werner Faymann Möglichkeiten für eine bessere Ausbildung der besonders gefährdeten jungen Moped-Lenker finden.

Zu den größten Problemen im Straßenverkehr zählen laut dem Innenminister nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer. Im vergangenen Jahr wurden 2,7 Millionen Übertretungen der Höchstgeschwindigkeit geahndet, 43.539 Anzeigen wurden wegen Alkoholisierung erstattet und in Zusammenhang mit zu vielen Promille 24.095 Führerscheine kassiert. Die Polizei verfügte über 1.686 Alkohol-Mess- und 392 Vortestgeräte. 250 weitere Vortestgeräte werden heuer angeschafft, sagte Platter.

Auch Lkw-Chauffeure hat die Polizei im Sinn der Verkehrssicherheit "geärgert": 40.000 Kontrollen wurden 2006 durchgeführt, in deren Folge 67.000 Anzeigen wegen Mängeln erstattet wurden. 5.500 Lkw wurden an der Weiterfahrt gehindert.

(apa/red)

17.4.2007 15:36