"Gemischter Satz" als neuer Edeltropfen:
Verein "WienWein" setzt auf Rebsortenmix
- Alte Spezialität nach strengem Maßstab neu kreiert!
- Winzerfreunde wollen Wein-Standard in Wien heben

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FOTOS: Junger Neubau und historischer Keller
Die vier Qualitätswinzer des Vereins "WienWein" wollen einer alten Spezialität zu neuer Blüte verhelfen. Gemeinsam vermarkten sie den Gemischten Satz, also Weißwein mehrerer Rebsorten, die gemeinsam angepflanzt und verarbeitet wurden. So präsentierten sie nun in der Secession die Varianten "Klassisch" und "Einzellage", mit denen sie die Szene- und Spitzengastronomie erobern wollen.
Aus Gemischtem Satz besteht in Wien üblicherweise jener wenig vornehme Tropfen, der beim Heurigen in großen Mengen viertelweise ausgeschenkt wird. Die Winzer Fritz Wieninger aus Stammersdorf, Rainer Christ (Jedlersdorf) sowie Michael Edlmoser und Richard Zahel aus Mauer gehen es nun aber nobler an. "Das sind nicht die Überbleibseln vom Keller", betonte Wieninger vor Journalisten. Vielmehr wolle man das Typische der Weinbauregion Wien ins Glas bringen.
"Typisch Wienerisch"
"Es ist Wein, der sich von einer dominierenden Weinsorte entkoppelt hat", erklärte auch Christ: "Er bezieht sich stark aufs Terroir. Dieser Herkunftsgedanke ist sehr wichtig für uns." Laut Zahel sind in Wien auch heute noch 17 Prozent der Rebflächen mit Gemischtem Satz auf diese Art bepflanzt: "Das ist absolut was typisches in Wien."
Strenge Maßstäbe
Die "WienWein"-Winzer legen an ihren Gemischten Satz strengere Maßstäbe an, als sie im Weingesetz festgelegt sind. Ihre Sorten werden - im Gegesatz zum Cuvee - nicht nur gemeinsam verarbeitet und vergoren, sondern auch zusammen angepflanzt. Außerdem verwenden sie mindestens drei, und nicht nur zwei Sorten.
4 Freunde
Beim klassischen Gemischten Satz wird der Wein im Stahltank vergoren und hat höchsten 12,5 Prozent Alkoholgehalt. Kräftiger ist die "WienWein"-Variante mit Lagennennung, bei der die Stöcke mindestens 20 Jahre alt sein müssen und der Wein im Holzfass (aber nicht im Barrique) ausgebaut werden kann. Einen gemeinsamen Wein unter dem Label "WienWein" gibt es übrigens nicht, jeder bringt seinen eigenen Gemischten Satz auf den Markt. Von 15. Mai bis 15. Juli werden diese Weine in der Wiener Gastronomie beworben.
Zuletzt wurden 1,5 ha Weingarten zur gemeinsamen Nutzung übernommen. Neue Mitglieder sind dagegen vorerst nicht in Sicht. "Das ist eine reine Qualitätsfrage", meinte Wieninger, außerdem sei man zu einer verschworenen vierköpfigen Freundesrunde zusammengewachsen. Das Ziel: "Wir wollen insgesamt den Standard in Wien verbessern." (APA/red)

