Dienstag, 17. April 2007

Missethon ortet "SPÖ-nahes Netzwerk": Verwundert über EADS-Zahlungen an Rapid

  • Für ihn gibt es keinen Anhaltspunkt für einen Ausstieg

Die ÖVP meint, beim Eurofighter-Deal ein "SPÖ-nahes Netzwerk" erforscht zu haben. Generalsekretär Hannes Missethon bezog sich bei seinen entsprechenden Vermutungen auf die Zahlungen des Rüstungskonzerns EADS an den Fußballverein Rapid Wien, bei dem der frühere Finanzminister Rudolf Edlinger (S) Präsident und Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) Kuratoriumsmitglied ist. Die ÖVP will nun volle und rasche Aufklärung im Untersuchungsausschuss.

Missethon fragte sich mehrfach, warum denn ein internationaler Rüstungskonzern den Nachwuchs eines Wiener Fußball-Vereins sponsern sollte. Er wolle das nicht bewerten, aber diese Frage müsse schon gestellt werden. Vor allem sei interessant, welche Vorteile sich EADS von der Förder-Tätigkeit versprochen habe.

Auf die Frage, was sich seiner Einschätzung nach EADS von einem Fußball-Verein, dessen Präsident einer Oppositionspartei entstammt, bezüglich der Flieger-Entscheidung erwartet haben könnte, blieb Missethon Antworten schuldig. Ungeachtet dessen wollte er nicht einmal beurteilen, ob dieses Sponsoring von kolportierten (aber nicht bestätigten) 280.000 Euro nicht sogar gleichwertig mit den Zuwendungen des Lobbyisten Erhard Steininger an die Firma des suspendierten "Airchief" Erich Wolf sei. Ohnehin rückte Missethon auch Wolf in die Nähe des "SPÖ-nahen Netzwerks".

Bezüglich der von der SPÖ erwogenen Variante Ausstieg aus dem Eurofighter-Kontrakt war von Seiten des Generalsekretärs nichts Neues zu hören. Es gebe keinen Anhaltspunkt für einen Ausstieg. Die ÖVP lege auf Vertragstreue großen Wert. (apa/red)

17.4.2007 11:32