Montag, 16. Juni 2008

Mehr Cash für junge Gründer: Kredite & Co.
- das erste Unternehmen richtig finanzieren

  • Durchdachte Finanzierung Grundlage für den Aufbau
  • PLUS: Die Adressen für den Griff in den Fördertopf

Finanzierung: Kredite, Bürgschaften und Subventionen - so können junge Gründer ihr erstes Unternehmen finanzieren. Plus: die besten Adressen für den Griff in den Fördertopf.

Ein Kopf voller guter Ideen, aber eine leere Kasse - in diesem Dilemma befinden sich viele Jungunternehmer in der Gründungsphase ihrer Firma. Eigenkapital ist meistens kaum vorhanden, Erfolge oder Referenzen sind noch nicht nachweisbar. Eine gut durchdachte Finanzierung ist daher die Grundlage für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens.

Durchstarten mit Businessplan
Der erste Schritt für Neo-Unternehmer muss es daher sein, Geschäftsidee, Marktsituation und Kapitalbedarf in einem Businessplan schriftlich auszuformulieren. Für diese Etappe nahm sich auch Philipp Chavanne viel Zeit. Mithilfe eines Unternehmensberaters arbeitete der gelernte Tourismuskaufmann 2004 den Geschäftsplan für seine "Mobile Bar" aus. Das ausgetüftelte Konzept legte der damals 21-Jährige seinem Bankberater vor - kurze Zeit später hatte er 50.000 Euro auf seinem Kreditkonto. Davon ließ der gelernte Tourismuskaufmann ein zusammenklappbares Bar-System entwerfen, mietete ein Lager, kaufte einen Lieferwagen und unzählige Gläser. Sechs Wochen später wurde er mit seinem Bar-Catering für die erste Veranstaltung gebucht.

Eigenmittel hatte Chavanne keine, dafür einen Vater, der die Bürgschaft für das Darlehen übernahm. Auch sonst holte sich der clevere Entrepreneur Unterstützung. Dank seiner Ausbildung in der Tourismusschule Modul hatte er nämlich nicht nur spezifisches Know-how und eine Gewerbekonzession, sondern auch beste Kontakte zur Wirtschaftskammer.

Starthilfe für junge Firmen
Dank ausgezeichneter Beratung konnte Chavanne von zahlreichen Förderungen profitieren: Sein Existenzgründungskredit war im ersten Jahr zinsenfrei, außerdem bekam er 15.000 Euro Zinszuschuss ausbezahlt. Neben einer wifi-Marketingberatung nahm er auch ein kostenloses Coaching der WKO in Anspruch. Die Bemühungen haben gefruchtet: Heute, nach drei Jahren, hat sich Chavannes Mobile Bar etabliert, und der Jungunternehmer kann sich vor Aufträgen kaum retten. Die Erlöse hat er wieder investiert und nach einem Jahr noch einen Kredit aufgenommen. Ende 2007 wird der junge Geschäftsmann voraussichtlich schuldenfrei sein.

Zeitplan für Förderungen
Wer eine ähnlich Erfolg versprechende Idee hat, wird in Österreich tüchtig unterstützt: 1,3 Milliarden Euro Fördergelder hat allein das Austria Wirtschaftsservice (aws) im Vorjahr springen lassen, ein Drittel davon ging an Jungunternehmer. Konkret wurden 384 Existenzgründer mit Haftungsübernahmen und 1.331 Jungunternehmer mit Prämienzahlungen unterstützt. Sie alle haben ihre Gründung zeitgerecht geplant: "Wer erst kommt, weil das Geld ausgeht, wird bei Banken und Förderungen wenig erfolgreich sein", weiß Kurt Leutgeb, der Leiter des Bereichs Förderung & Finanzierung des aws. "Wichtigster Grundsatz: Projekte können nur gefördert werden, wenn damit nicht vor Antragstellung begonnen wurde."

Noch mehr zum Thema lesen Sie im Jungunternehmer-Extra in NEWS 16/07!

16.6.2008 17:19