Freitag, 20. April 2007

Das Ende des Dollar-Imperiums: FORMAT analysiert, wie Sie davon profitieren können!

  • Vor einem Jahr war 1 € noch 1,24 $ wert, heute 1,36
  • Touristen profitieren, Anleger verlieren durch Kurs

Wer jetzt nach Amerika reist, hat guten Grund zur Freude. Nahezu im Stundentakt wird der Urlaub billiger. Ursache ist die schwache US-Währung. Noch vor 12 Monaten bekam man für einen Euro 1,24 Dollar, heute schon 1,36 Dollar. Und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis auch das bisherige Allzeittief von 1,3667 vom Dezember 2004 durchbrochen wird. Experten rechnen schon bald mit Kursen von 1,40. Und wenn die Konjunktur in den USA richtig einbricht, sind auch die 1,50 nicht mehr weit.

Touristen sowie Importeure und Käufer von Dollarprodukten profitieren zwar von den Zerfallserscheinungen der globalen Leitwährung US-Dollar. Unter dem Strich ist aber die Rechnung aus österreichischer Sicht eindeutig negativ. Anleger verlieren bei jedem im Dollar notierten Investment - nicht nur bei US-Aktien und-Anleihen, sondern auch bei Papieren aus Asien oder Südamerika. Noch schlimmer sind exportlastige Unternehmen betroffen. FORMAT analysiert, wie man sich als Anleger oder Unternehmer gegen schmerzliche Verluste schützen kann.

Spielball der Händler
Tim Geissler, als Treasury-Chef der RLB NÖ-Wien verantwortlich für das Geldmanagement der Bank, sieht den Greenback derzeit als Spielball der Währungsbroker: "Die Händler wollen den Dollar unbedingt unter das bisherige Tief drücken. Wer sich dagegenstellt, wird verlieren. Ich rechne in den nächsten Monaten, dass die Marke von 1,40 erreicht wird. Und wie tief er wirklich fällt, kann niemand prophezeien." Wenn nämlich alle historischen Barrieren durchbrochen werden, gibt es keinen Orientierungspunkt mehr. Geissler: "Dann sind wir im Niemandsland." Auch Stephen Jen, Devisenexperte der US-Investmentbank Morgan Stanley, sieht den Dollar jetzt "anfällig für eine breit angesetzte Verkaufswelle. Der Trend zu einem schwachen Dollar ist ausgeprägter als jeder andere Trend, den ich in den vergangenen Jahren gesehen habe."

Wie rasant es abwärts geht, entscheidet nicht zuletzt die schwächelnde US-Konjunktur. Kommt es in Amerika zu einer weichen Landung ohne Rezession, werden sich die Folgen in Grenzen halten. Dreht dagegen das Wachstum ins Minus, womit zum Beispiel der ehemalige US-Notenbanker Alan Greenspan schon zum Jahresende rechnet, droht eine Spirale nach unten. Dann könnte einer der letzten Pluspunkte des Dollars, die im Vergleich zur Eurozone höheren Zinsen, die noch viel Kapital anziehen, eliminiert werden. Außerdem werden die vielen Notenbanken, die noch Hunderte Milliarden Dollar aufkaufen und damit die US-Verschuldung abdecken, immer intensiver über Alternativen zur bisherigen Leitwährung nachdenken. Das betrifft China, mit über tausend Milliarden Dollar größter Gläubiger Amerikas, genauso wie die Golfstaaten, deren Petrodollars in Europa laufend an Kaufkraft verlieren.

Begrenzte Verluste an der Wiener Börse
Die größten Aktien wie Erste Bank, Raiffeisen International, Telekom Austria, Uniqa und Wiener Städtische geraten durch die Dollarschwäche nicht unter Druck. "Damit nehmen gleich 45 Prozent des ATX-Index so gut wie keinen Schaden" streicht Günter Artner, Wien-Analyst der Erste Bank, hervor. Weniger rosig sieht es für Firmen wie Wienerberger, Mayr-Melnhof, Böhler-Uddeholm, Andritz oder RHI aus. Aber auch hier gleichen Dollarpositionen auf der Importseite den Großteil des Schadens aus. Analyst Artner: "Stärker werden an den europäischen Börsen jene Unternehmen unter Druck kommen, deren Exporte vornehmlich in die USA gehen - etwa die deutsche Autoindustrie oder Maschinenbauer."

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen FORMAT!

20.4.2007 12:01