Dienstag, 17. April 2007

ÖGB verkauft IFES an Ex-Minister Blecha: Mit "Mitropa" weitere 66,67 % übernommen

  • Geschäftsführung soll weiterhin bestehen bleiben
  • Es wird geplant neue Geschäftsfelder zu erschließen

Das ÖGB-eigene Meinungsforschungsinstitut IFES ist an den ehemaligen Innenminister Karl Blecha verkauft worden. Dieser hält mit seinem Institut "Mitropa" nun weitere 66,67 Prozent, bestätigten beide Seiten am Dienstag. Änderungen in der Geschäftsführung werde es keine geben, allerdings überlegt Blecha, mit IFES neue Geschäftsfelder zu erschließen. Kaufpreis wurde keiner genannt.

"Mitropa" hatte bisher bereits 12 Prozent am IFES gehalten, jetzt kommt jener Anteil hinzu, der bisher in den Händen der ÖGB- Beteiligungsgesellschaft Pontes war. Insgesamt hält "Mitropa" damit bei 78,67 Prozent. Mit 21,33 Prozent ist noch der Verein Arbeitsgemeinschaft Informations- und Medienforschung beteiligt. Blecha ist wiederum 76-Prozent-Gesellschafter bei "Mitropa", die restlichen 24 Prozent hält der Linzer Jurist und Blechas ehemaliger Rechtsanwalt im Noricum-Prozess, Gerhard Wildmoser.

"In dieser Woche" soll der Deal schlagend werden. Dem ÖGB soll das Geschäft nur eine verhältnismäßig kleine Summe Geld bringen. Die Rede ist von wenigen Millionen Euro. Neben IFES stehen laut ÖGB- Finanzchef Schneider keine weiteren Gesellschaften zum Verkauf.

"Die Geschäftsführung bleibt bestehen, es kann keine Unruhe bei den Kunden geben", meinte Blecha auf die Frage nach eventuellen Änderungen bei der Struktur des IFES. Denn: "Ich habe dieses Institut gegründet und zu einem der führenden Sozialforschungsinstitute gemacht." Auch nun werde man "Garant für Kontinuität und Qualität" sein. Bekannt sei zumindest, so Blecha, dass auch Unternehmen aus dem Ausland Interesse gezeigt hätten. Zu eventuellen neuen Kunden, die man gewinnen wolle, meinte er: "Wir wollen vor allem den privaten Bereich stärken."
(apa/red)

17.4.2007 12:15